Oberösterreichsischer Kunstverein
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Eröffnung der Ausstellung: 7. März 2012 um 19 Uhr

Best of SPRING im Rahmen von NEXTCOMIC 2012

 

Seit 2004 nimmt eine Gruppe von selbstständigen Bilderzählerinnen einmal jährlich die Gestaltung, Umsetzung und Präsentation ihrer freien Arbeiten selbst in die Hand und eroberte sich damit einen Raum für experimentelles Bilderzählen: Spring!

Spring ist ein Zeichnerinnen-Magazin, das Ungewöhnliches zwischen Comic, Illustration und Kunst bündelt.
Die Zeichnerinnen befassen sich jedes Jahr mit einem selbstgewählten Thema und setzen dieses auf die unterschiedlichsten Weisen, grafisch und erzählerisch auf stets hohem Niveau um. Hier trifft Comiczeichnung auf Holzschnitt, gemalte Collagen auf Hinterglasmalerei.

In der aktuellen Spring Ausgabe 'Familiensilber' wurden Erinnerungen, Geschichten und Geheimnisse in allen Farben zum Leben erweckt. Insgesamt haben bereits 22 Zeichnerinnen ihr Können zu den Themen Nachstellungen, Wandlungen, Special Places, Garten Eden, Alter Ego, Verbrechen und Happy Ending gezeigt.

CHRISTOPH HAAS, Süddeutsche Zeitung: 'Comic-Zeichnerinnen sind im deutschsprachigen Raum längst keine weißen Raben mehr; sie beanspruchen immer selbstbewusster und selbstverständlicher einen Platz neben ihren männlichen Kollegen. Das zeigt sich auch in der Anthologie 'Spring', die ausschließlich von Frauen herausgegeben und gestaltet wird. Seit acht Jahren gibt es pünktlich im Sommer eine neue Nummer, und der Schwung, der dieses Unternehmen beseelt, ist im Laufe der Zeit nicht weniger geworden. Im Gegenteil: Bislang hat jede Ausgabe die vorherige übertroffen.'

Im OÖ Kunstverein präsentiert Spring nun das BEST OF aus der aktuellen und den vorherigen Ausgaben.
www.springmagazin.blogspot.com

 

Lorenz Estermann, Kiosk, 2005/2006
Lorenz Estermann, Harrys Home II, 2011
Florian Froese-Peeck, Buddy, 2011
Franz Höfner, Utrechter Hütter, 2001
Alexander Jöchl, Displaced- 51 Briefe, 2007
Kristiane Petersmann, Hundehütte, 2009
Birgit Petri, Wenn Berg und Tal sich trennen, 2012
Esther Strauß, Habedijeri, 2012

Eröffnung der Ausstellung: 18. Jänner 2012 um 19 Uhr

BLEIBE

Lorenz Estermann
Mitglied OÖ Kunstverein

Aus einfachsten Materialien schafft Lorenz Estermann seine Kunst. Bizarr wirken seine Modelle in der Einsamkeit der Natur. Mit Humor übt er Kritik an den großen Utopien der Moderne und setzt Hochhäuser, Wartehäuschen und Springtürme gekonnt in Szene. Die Motive und Themen seiner Arbeiten entdeckt er bei seinen Fotorecherchen, die den Künstler unter anderem in die Vororte und Industriegebiete Mittel- und Osteuropas mit ihren unterschiedlichen Architekturen und Baustilen führen. Seine Werke analysieren nicht nur die großen Utopien der Moderne kritisch und mit Humor, sondern sie schlagen auch den Bogen zur Pop Art und deren Auseinandersetzung mit den Produkten des Massenkonsums und Phänomenen der Alltagskultur.
www.lorenz-estermann.com

Florian Froese-Peeck / Deutschland
Artist in Residence Salzamt 2012

Wie eine überlebensgroße Mischung aus Taucheranzug und Unterseeboot liegt der Körper im Raum. Arme und Beine enden in großen, klauenartigen Manipulatoren. Eine Schutzhülle für andere Welten, wie im Schlaf, hilflos hingestreckt. An der Kopfseite befindet sich eine große Glaskuppel durch die der Betrachter in das Innere blicken kann. Während der Annäherung an das Objekt stellt sich irgendwann die Frage nach dem Inneren des Körpers. Ist er einfach nur hohl, befinden sich noch Spuren des darin befindlichen Wesens darin oder ist es sogar noch vorhanden. Der Blick ins Innere enttäuscht zunächst mit großer Leere, der Rumpf ist im Inneren ähnlich glatt wie die Außenhülle. Zwei Gegenstände am Boden beleben jedoch den Hohlkörper. Ein winziger Stuhl und daneben eine kleine leuchtende Straßenlaterne geben dem Raum durch Ihren Maßstab gigantische Dimensionen. Im Gegensatz zum überlebensgroßen Äußeren befindet sich im inneren eine verkleinerte Welt die nicht dazu fähig erscheint die Realität außerhalb zu erfassen oder sich des riesigen Körpers zu bedienen um ihn zum Leben zu erwecken. Der Stuhl bildet das Interieur, einen privaten Mittelpunkt welcher seinem Benutzer einen minimalen Teil persönlicher Kultur in dem riesigen Raum um ihn bietet. Im Gegensatz hierzu entstammt die Straßenlaterne welche die Szene beleuchtet aus dem öffentlichen Raum. Als nächtlicher Ersatz für das Licht der Sonne stellt sie ein existenzielles Symbol für den Erfolg des urbanisierten Lebens dar. Sie stellt einen der assoziativen Hauptträger für die Stadt der Moderne dar. Die beiden Einrichtungsgegenstände weisen über ihre funktionale Ebene hinaus. Sie bilden eine Symbiose zwischen der intimen und der öffentlichen Heimat des Bewohners, der von der Welt nichts zu wissen scheint von der ihn sein hermetischer Körper abschirmt.

Von der Wahrheit
Die Straßenbeleuchtung ist einer der assoziativen Hauptträger für die Zivilisation der Moderne. Als nächtlicher Ersatz für das Licht der Sonne stellt sie ein existenzielles Symbol für das urbanisierte Leben dar. Das Triptychon aus Leuchtkästen zeigt einen Menschen in einem symbiotischen Lebenszyklus mit einer Straßenlaterne. 

Zu sehen sind schnappschussartig festgehaltene Situationen in denen der Protagonist, an verschiedenen Orten, mit einer Straßenlaterne interagiert. Bei näherer Betrachtung erschließt sich eine chronologische Ordnung der Abbildungen.
www.bildhauerarbeiten.com

Franz Höfner
als Artist in Residence 2012 ins Salzamt eingeladen 

Auf dem Grundriss eines Wohnzimmers wird das Schrankwandensemble 'Modell Utrecht' zur Utrechter Hütte umgebaut. Das industriell gefertigte Stilmöbel wird in Handarbeit auseinandermontiert, zersägt und neu zu einem archaischen Wohnhaus mit profiliertem Fachwerk, Butzenscheiben und Schnitzornamentik  zusammengefügt. Die dekorative Gemütlichkeit und Solidität des Möbels wird in den von ihr suggerierten, archetypischen Urzustand einer rustikalen Behausung zurückgeführt. Nach seiner Umwandlung zeigt sich das zentrale Repräsentationsobjekt als kompaktes Möbelhaus. Im Zeitrafferloop sieht man den wiederkehrenden Kreislauf zwischen Hüttenarchitektur und Wohnzimmereinrichtung.
www.arte.tv/de/4147698

Alexander Jöchl
Atelier im Salzamt 2011/12

Im Zuge einer Ausstellung zum Thema Abschiebehaft (Schubhaft) in Österreich habe ich ein "Experiment" gestartet. Für mich als Künstler ist es immer spannend die bestehenden Konstruktionen zu "unterlaufen" und Fragen zu meiner eigenen Position in diesem Kontext zu stellen: Warum bin ich Österreicher? Fühle ich mich als ein solcher? Warum kann ich nicht eine andere Staatsbürgerschaft annehmen? Warum gibt es nicht mehrere Modelle ...? Im Jänner 2007 stellte ich an alle in Österreich vertretenen Botschaften (109) dasselbe Ansuchen um die jeweilige Staatsbürgerschaft / StaatsbürgerInnenschaft. An den 51 Antworten lassen sich exemplarisch die gegenwärtig durchgängigen Grundprinzipien zu deren Erwerb ablesen: Sprache, Aufenthalt im Land und die Notwendigkeit einer singulären Angehörigkeit.

 

Nigel Peake / Irland
Artist in Residence Salzamt

Nigel Peake ist Artist in Residence im Februar und März 2012 im Atelierhaus Salzamt. Er ist sowohl ein Bildender Künstler als auch Illustrator. Mit einem Hintergrund in Architektur schafft er Zeichnungen von alltäglichen Dingen, die ihn umgeben. Er führt ein ruhiges Leben (im ländlichen Nordirland), wo sein Interesse den Dingen gilt, die er auf seinen Spaziergängen sieht. Meist verbringt er seine Tage mit Auftragsarbeiten für renommierte Magazine und Unternehmen (zb Tate Gallery, Yahoo, Süddeutsche) oder eigenen Publikationen und Ausstellungsprojekten.
www.nigelpeake.com

 

Kristiane Petersmann
Mitglied OÖ Kunstverein

Hundehütte, 2009, zweiteilig Fragmente einer alten Hundehütte, schwefelgelbe Bretter, die lange Zeit der Witterung ausgesetzt waren. Die Grundform ist der Archetypus "Haus". Efeu und andere Kletterpflanzen haben Spuren auf dem Holz hinterlassen, den Lack zerfressen...Sie bilden den Ausgangspunkt für zarte, flüchtige Zeichnungen, blaugepaust auf die gelben Bretter. Gleich dem vegetativen Muster setzten sich die einzelnen Striche, Linien , Krakeleien zu verschwommenen Gedankenbildern zusammen, die dem Auge eine kurze Episode über Heim, Haus, Familie erzählen.
www.kulturformen.at

Birgit Petri
Mitglied OÖ Kunstverein 
Atelier im Salzamt 2010/11

Wenn Berg und Tal sich trennen, 2012, 20-teiliger Werkblock / Radierung / Zeichnung / Textblatt

Laut sagen:
Rindenmulch, und Steine. O. und J. Petrucci.
Sehr leise sagen: kleines Herz, Sidsel, das Kapuzenkleid.
In der Mitte stehen. Ins Eck tanzen.
Immer die Augen geschlossen. Immer offen.
Dann mit Wörtern jonglieren, sie dem Bild in die Hand legen, auf den Kopf legen, auf den Schuh.
In einem Ameisenhaufen hockend hinter-Glas-malen.
Dann eine Geschichte ritzen. 
www.birgitpetri.at

Esther Strauß
Atelier im Salzamt 2011/12

Kunst als Interaktion zu denken. Dementsprechend spielen sich viele meiner Arbeiten im öffentlichen Raum ab, wo sie ein Ereignis produzieren, das es Beteiligten ermöglicht "mitzuspielen". In diesem Zusammenhang möchte ich Humor und Absonderlichkeit als Waffe denken, um Gesellschaftsphänomenen im liebevollen Dialog auf den Zahn zu fühlen,- und um ein Gespräch in Form von Aktion, Text, Bild und Vorstellung anzuregen, das im öffentlichen Raum und der Galerie geführt werden kann.

Habedijeri!

Der dörfliche Gruß Habe die Ehre ging - mit Kindheitsohren erlauscht - als das verfremdete Fantasiegestrüpp Habedijeri in meinen Wortschatz ein. Heute kehrt es als Titel für den Ehrenamtsanzug zurück - einem Kleidungsstück, das mit Symbolen jener tatsächlichen und viel zu oft vermeintlichen Ehre besetzt ist, mit der ein Gutteil der künstlerischen Arbeit im Kunstbetrieb entlohnt wird. Welche Institutionen sind dergestalt, dass die Arbeit für sie und die Begegnung mit ihnen tatsächlich eine Ehre darstellt? Welche unmittelbare Gegenwart entsteht für KünstlerInnen als Neue Selbstständige durch das Ansparen von symbolischem Kapital, das vielleicht - und nur vielleicht - in einer mehr oder minder fernen Zukunft in Form von Geld ausgeschüttet wird? Bietet der white cube noch das politische Potential und die Bewegungsfreiheit, für deren Erhaltung sich der Einsatz unbezahlter Arbeit lohnt? Der Wunsch nach mehr Transparenz, nach mehr Gesprächen und nach anderen Haltung zum Thema Kunst und Geld ist für mich der Anlass, um den Ehrenamtsanzug als geheime Uniform der KünstlerInnen zu entwerfen und auf dieser Vernissage zu tragen. /// Esther Strauß
www.kunstraum.net

Reinhard Adlmannseder, Kalte Blicke, 2011

Eröffnung der Mitgliederausstellung: 23. November 2011 um 19 Uhr

Kälte

Kälte im Sinne von Abwesenheit von Wärme ist das Arbeitsthema der diesjährigen Mitgliederausstellung,
die von der Gastkuratorin Dr. Verena Traeger, Inuitspezialistin und Kunsthistorikerin, kuratiert wurde.

Kälte kann sowohl als innere wie als äußere Kälte als physische wie als psychische Kälte begriffen werden. Kälte kann      

mit meditativer Leere und schöpferischer Stille ebenso wie mit Gefühlskälte oder auch mit sozialer Kälte assoziiert werden.

Man kann die zwischenmenschliche Kälte wie auch die Kälte im Staat thematisieren oder sich der Schönheit von      

Eisformationen, Schneekristallen und verschneiten Winterlandschaften hingeben oder auch die Gefahren und Extremsituationen in kalten Klimazonen thematisieren.

Gerade im November, wenn die Ausstellung eröffnet wird, steht die kalte, stille und dunkle Jahreszeit vor der Tür.

Die Nächte werden länger, die Tage nebliger und die Luft wird immer kälter. Wasser gefriert zu Eis und sprengt so härteste Materialien. Die Natur entschleunigt sich selbst, in dem der Dauerfrost des Winters Flora und Fauna in Winterruhe versetzt.
Kälte kann in diesem Sinne auch als Urkraft und Ausnahmesituation und Eis, Schnee und Frost als die Dreifaltigkeit des Winters begriffen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alexander Glandien, Konspirative Räume, 2011
Christoph Holzeis, Schachtel#2, 2011
Sabine Jelinek, Stotternder Mond, 2009
Martin Bilinovac,Spiegel, 2011
Jakob Neulinger, Sovereign, 2010
Steffi Schöne, Portrait of a Couple, 2011

Ausstellungseröffnung: 12. Oktober 2011 um 19 Uhr - erster Teil
Ausstellungseröffnung: 02. November 2011 um 19 Uhr - zweiter Teil

Raum Fahrten

Die Annäherungen an den Raum sind vielfältig und erstrecken sich über nahezu alle Wissenschaftsbereiche, von den geometrischen Raumvorstellungen Euklides, über die physiklaischen Anschauungen eines universalen Raumes in seiner maximalen Ausdehnung, bis zu der topologischen Auffassung in den Sozialwissenschaften. Der künstlerischen Bearbeitung des Themas fällt dabei seit jeher eine Sonderrolle zu, da sie es wie keine andere Disziplin versteht sich dem Phänomen des Raumes auf einer unmittelbaren Erfahrungsebene zu nähern. Die Kunst lässt uns den Raum ganz direkt erleben, jenseits von theoretischen Konstruktionen, sie bearbeitet, formt, erschafft und zerstört den Raum, sie bildet ihn ab und dehnt ihn aus, sie befragt und simuliert den Raum, aber vor allem macht sie den Raum auf unterschiedlichste Weise greifbar.

Das gemeinschaftliche Ausstellungsprojekt "Raumfahrten" rückt mit seiner Annäherung an die Thematik des Raumes eine ganz elementare Erfahrung in den Betrachtungsmittelpunkt und verhandelt dessen Bedeutung, seine Form und seine Wahrnehmung auf eine neue Weise.Das Ziel des Projektes ist ein innovatives, formales und inhaltliches Befragen und Bearbeiten des Raumes, durch individuelle und vielschichtige künstlerische Zugangsweisen.

Die beteiligten Künstler Martin Bilinovac, Alexander Glandien, Christoph Holzeis, Sabine Jelinek, Jakob Neulinger und Steffi Schöne arbeiten mit sehr unterschiedlichen künstlerischen Medien und Zugangsweisen, wobei gerade diese verschiedenen Annäherungen an ein verbindendes Thema einen produktiven Diskurs zwischen den unterschiedlichen Positionen ermöglichen. Das experimentieren mit dem unmittelbaren Präsentationsraum ist ebenso Teil dieser künstlerischen Annäherung, wie die Konfrontation des realen mit dem fotografisch, reproduzierten Raum, die Rematerialisierung des virtuellen Raumes, als auch die malerische Entlarvung des eigenen Illusionsraumes.
Alle beteiligten KünstlerInnen lehren an der Kunstuniversität Linz.

Alexander Glandien

www.glandienale.de
www.Christophholzeis.com
www.sabinejelinek.at
www.artnews.org/artist.php?i=1005
www.jakobneulinger.com
www.magazinvienna.com
www.vonhektor.com

 

 

Rudi Molacek
Ingo Nussbaumer working_shade.O1.

Ausstellungseröffnung: 14. September 2011 um 19 Uhr

Rudi Molacek und Freunde   Rot Gelb Blau oder Grau


Rudi Molacek und Freunde
bedeutet nichts anderes als - eine Ausstellung unter Künstlerinnen und Künstlern - die eine langjährige Freundschaft verbindet.

Mit einem Augenzwinkern wird auf Barnett Newmans 'Who's Afraid of Red, Yellow and Blue' Bezug genommen, Grau hinzugefügt und in einer losen Struktur ohne kunsthistorisches Korsett wird den Kunstwerken die Möglichkeit gegeben ihre Einzigartigkeit zu zeigen.


www.herbertbrandl.at
www.chuckconnelly.com
www.gunter-damisch.at
www.ingo-nussbaumer.com
www.mehdi-chouakri.com/kuenstler/grockenschaub/grockenschaub.php
www.reginagallery.com/artists/serebryakova

 

Monika Migl-Frühling
Reinhard Adlmannseder
Elke Punkt Fleisch
Franz A. Obojes
Linde Klement
Daniela Pesendorfer

Eröffnung der Schaufenstergalerie: 6. Juli 2011 um 19 Uhr

up in the air

Reihenfolge der befüllten Schaufenster:


Monika Migl-Frühling

ohne netz hängen, Tonplasitik, h 15 cm, 12 Stück
aus: „nachdenken über die Statik unserer fragilen Existenz“ (...) der Mut, mit dem sie ihrer ungewissen Situation, dem scheinbaren ‚sein im Nichts’  begegnen (...)


Reinhard Adlmannseder

... abheben!, 2011, Acryl / Leinwand, 200 x 100 cm
‚... a b h e b e n und sich in die Lüfte erheben können als Freispielen verborgener Vitalität & Emotionen, als ein Weckruf zur Befreiung und Überwindung von Konventionen als eine Metapher für ein Experiment mit vagem Ausgang,
als ein Symbol futuristischer Hingabe an zeitrelevante Beschleunigung und rasante Auffahrt ins    W O H I N ...?


Elke Punkt Fleisch

Gurkerl Flieger

Das Eferdinger Becken ist ein sehr günstiger Boden für den Gurkenanbau und wird aufgrund der großen Ernte auch Gurkerlland genannt. In der Hauptsaison werden viele polnische GastarbeiterInnen auf den Feldern beschäftigt, die für das Klauben der Gurken bäuchlings auf einer Maschine liegen, welche durch ihr Aussehen einem Flieger gleicht und deshalb auch Gurkenflieger genannt wird. Beim Beobachten dieser anstrengenden und monotonen Tätigkeit stellte ich mir oft das Heimweh der ErntehelferInnen vor und wie schön es wäre wenn der Gurkenflieger einfach abheben und davon fliegen könnte.

In dieser Installation wird versucht die Erwartungen, die Illusionen, die Bewegung und das Sammeln auf einer Reise in einem Objekt zu vereinen. Gezeigt wird ein motorbetriebenes Karussell, auf dem sich drei Keramikobjekte befinden.  So wie der Gurkenflieger, bietet auch ein Karussell nur eine Illusion. Beides wird nicht in den Himmel aufsteigen und uns an einen anderen Ort bringen.


Franz A. Obojes

O.T., 2011, Acryl / Leinwand, 50 x 50 cm 

Im Anschluss an die letzten  Arbeiten  mit unheimlichen Begebenheiten und Erscheinungen wird dieses Thema am Strand wieder aufgegriffen und  der Ort der Handlung wird  in ‚the Air’, in den Himmel, in die Luft gelegt. Dort erscheinen wieder unheimliche rätselhafte und vielleicht auch banale Dinge des alltäglichen Lebens ...


Linde Klement

Frischluft, 2011, Difo-Ausbelichtung / Aludibon, 100 x 100 cm
Über Grenzen hinweg, immer wieder neue Wege  – unendliches Blau – Freiheit, Freiluft, Frischluft, Lebendigkeit.


Daniela Pesendorfer

Himmelblau, Fotografie, 2011, 80 x 160 cm, 3 Auflagen
Im 10 min Abstand wird 64 Mal derselbe Ausschnitt des Himmels fotografiert und somit die Bewegung festgehalten. In den dazwischen gesetzten Wasserfotos spiegelt sich das Blau des Himmels.

Was nehme ich als BetrachterIn stärker wahr, den Himmel oder das Wasser? Weiters wird der Wellengang des Wassers über einen bestimmten Zeitraum (10 min) sichtbar. Das rote Etwas, das teilweise verschwindet und dann wieder im Mittelpunkt der einzelnen Fotografie steht, ist eine sich spiegelnde Österreichfahne, die den Begriff  „Heimat“ aufgreift. Welchen Stellenwert hat Heimat, und wie verschiebt sich dieser Begriff für mich in der Fremde?


Idee / Konzept: Ingrid Hahn

Inga Hehn
Franz Anton Obojes
Laura Gebetsroither

Ausstellungseröffnung im Kubinhaus / Zwickledt: 8. Juli 2011 um 19 Uhr

du nennst es Geheimnis
Bilder aus Dunst, Lust und Gespenstern

Dem Triebhaften, Verborgenen, Lustvollen, undefinierbar Anwesenden, dem Unheimlichen ausgiebig frönen! Eine Parallelwelt des reizvoll Morbiden, des gefährlich Verworrenen eröffnet sich und überdauert dunstschwebend halbe Jahrhunderte, um neu geatmet zu werden.
Eigenbrötlerischer Aberglaube, Halbwahrheiten, Witzgeschichten und in jedem Sinne Gespenster im Kopf. Eine gezeichnete Wundergruselkammer.

Im Kubins Schaffen und in seiner Gestalt lässt sich viel Geheimnis spüren - dem können wir immer neue Winkel, Blicke und Hallen schenken, aber wohl nirgends benetzter als in diesen Gemäuern.

Drei sehr unterschiedliche künstlerische Positionen treffen in Form graphischer Arbeiten im Kubinhaus aufeinander und erzeugen einen Raum, der kühl roh und zart das Geheimnis abzutasten versucht. Nebulose Mehrdeutigkeiten und feinmaschiger Humor in abstrakten Leibeslandschaften bei Inga Hehn (geb. 1984 in Linz) - düstere und bizarre Erzählfragmente traumähnlicher und alltäglicher Welten in den Zeichnungen von Franz Anton Obojes (geb. 1961 in Linz) - und komprimierte Leichtigkeit, die oftmals die Form verweigert und sich mit scheinbarer Einfachheit tarnt: die Graphiken von Laura Gebetsroither (geb. 1980 in Linz).

Idee / Konzept: Mag. Birgit Petri

Lena Göbel
Margit Nobis
Conny Habbel
Sarah Decristoforo

 

Ausstellungseröffnung: 11. Mai 2011 um 19 Uhr 
Finissage: 29. Juni 2011 um 19 Uhr

hintergründig
Initiator Herbert Christian Stöger

Eine Künstlerin und ein Autor erarbeiten jeweils zum Thema 'hintergründig' einen Text bzw. eine künstlerische Arbeit. Vier solcher Paarungen werden bei diesem Ausstellungsprojekt in der Galerie des OÖ Kunstvereins präsentiert. Bei der Eröffnung am 11. Mai 2011 werden die beiden Autoren Bodo Hell und Martin Amanshauser aus den Texten lesen. Sowie bei der Finissage am 29. Juni 2011 Erwin Einzinger und Michael Stavaric.

Dieses Projekt wurde ermöglicht durch die Kooperation mit der GAV Oberösterreich (Grazer AutorInnen Versammlung).

Der Titel des schriftlichen Beitrags von Erwin Einzinger lautet: 'Die Grenze zwischen Vordergrund und Hintergrund', in denen er 'sprachliche Spontanreaktionen unter dem Aspekt Vordergrund / Hintergrund verfasst', (Einzinger). Er hat damit auf die Foto-Serie 'Evolution' der bildenden Künstlerin Margit Nobis reagiert, die zu einer ihrer Arbeiten schreibt: 'Zeigt sie doch beispielsweise auf Bild 1 eine deutsche Handynummer, die auf einer Seite eines GEO-Heftes gekritzelt ist, welche sich dem Thema 'Evolution' widmet. Der HINTERGRUND, der dabei die Oberfläche für die Notiz einer (hochtechnologisch entwickelte) Handy-Kommunikationstechnologie bietet, ist eine visualisierte, vorzeitliche Landschaft. Am 3D-dargestellten Himmel einer Welt vor Millionen Jahren, wie wir sie uns vorstellen, steht vor einem Vulkan in einem Bogen eine Telefonnummer eingeschrieben: Je moderner die sogenannten 'Smart-Phones' werden, desto schwieriger ist es oft, am Touchscreen spontan eine erhaltene Telefonnummer aufzuschreiben; und desto öfter muss halt doch das gute, (jahrtausende) alte Papier wieder herhalten - 'Evolution hopping' quasi.'

Michael Stavaric antwortet unter anderem auf eine performative Photoarbeit von Sarah Decristoforo mit dem Satz: 'Retrospektive: Sie saß mir demnach in der Ausstellung gegenüber, rosarote Wängelchen, oh spicy chicken, dachte ich noch 'Landschneiderin', wusste sie, 'nicht Aufschneiderin', was war gegen Literaten noch zu sagen? Schluckte ihre Spitzen (ich!), nahm mir ernsthaft vor, alles andere der Landschaft zu überlassen, scheibchenweise. In ihrem Mund sah ich schönstes Rosarotobers'. Die Künstlerin Sarah Decristoforo entschied sich eine Installation mit dem Titel 'conflict simulation' ('Teppich' aus aufgestellten Spielzeug-Soldaten) zu zeigen.

'Aus Verzweiflung an der Hirschkultur'. sei hier Bodo Hell zitiert, der zwei Texte nämlich 'Jägerbrauch / Sprachgebrauch' sowie 'Ruminatio', in denen es unter anderem um die Eßgewohnheiten von Tier und Mensch im ländlichen Raum geht, die er zu Lena Göbels Holzschnitt: 'Hirsch mit Raubtiergebiss' schrieb. Eine typische Vorgehensweise von Bodo Hell, der einem dadurch das Jägerlatein auf eine andere und vor allem amüsante Weise näher bringt.

Conny Habbel antwortet auf den Text von Martin Amanshauser: 'Ich stell dich auf den Kopf', der den Rauriser Förderungspreis 2011 gewann, mit einzelnen Bildern aus der Serie ' Home ist the place you left'. ' In diesem Text geht es um eine Frau, die in der Wohnung ihres Geliebten nach Anzeichen / Spuren anderer Frauen sucht, bzw. die versucht, sich in den Raum einzuschreiben. Meine Fotoserie zeigt eine Frau (mich), die versucht, sich in Räume einzuschreiben, 'hinter die Wände zu kriechen.', so Habbel.

Martin Anibas, Trickfilmstill, Pique-Nique, 2000
Fridolin Welte, Haus

Ausstellungseröffnung: 30. März 2011 um 19 Uhr

Künstlerhaus Wien zu Gast im Oberösterreichischen Kunstverein

Otto Breicha
über Martin Anibas und sein Zeichnen

Zumeist ist Figürliches (oder sonstwie Gegenständliches) in die Zeichnungen von Martin Anibas  ‚mithineinverwoben’. Zumeist entsteht aber eine eigentümliche Dynamik aus dem Zeichnen heraus: merkwürdige Bildungen, auf die er es anlegt, neuerdings sogar ausgesprochener "Schwung". Vielleicht ist es etwas geradewegs Vegetatives: ein wie naturhaftes Wachsen: eins aus dem anderen und zu anderem dazu. Und nach Regeln, zu denen er sich nicht gern äußert.

Wenn auch ab und an Farbe dazugebröckelt wird, schätzt er das Tuschezeichnen als seine Domäne ein. Er sieht es, so wie er es auf- und anfaßt, als einen Grenzfall von Malerei. Er zeichnet, was ihm augenblicklich (und sozusagen unter der zeichnenden Hand) einfällt: animierte Strukturen und Strichknäuel, in denen man, wenn man so will, auch irgendwelche Köpfe, Büsten und Figuren erahnen kann, deren künstlerischer Inhalt es aber nicht ist, figürlich zu beeindrucken (oder überhaupt irgendetwas nachzuahmen). Naturgemäß gibt es Situationen, die immer wieder ergiebig sind oder die Möglichkeit (oder gar Notwendigkeit) nahelegen für ein Fortsetzen und Weiterentwickeln.
So ist es gewiss kein Zufall, wenn beim Arbeiten Zusammenhänge entstehen auch wenn Anibas sie eigentlich nicht beabsichtigt - das an und für sich Zusammenhangloses zusammenhängt. Zeichner sind eine Spezies für sich. Wenn sich Anibas schon von irgendwoher ‚bestätigen’ lässt, am ehesten von nur Zeichnern vom Schlage eines Kurt Moldovan, der sein Leben lang beim Zeichnen notorisch aus dem Gezeichneten Konsequenzen gezogen hat. Durchaus ähnlich handelt Martin Anibas auf seine Weise, nicht dekorativ, sondern auf sensible Spannungen bedacht. Überhaupt ist Sensibilität, kommt mir vor, seine unausgesprochene Stärke, auf der er nicht herumreitet wie andere es tun, sondern die aus seinem Wesen kommt und sich an Gleich gestimmte wendet.
 
Aus der Wiener Studienzeit kommt auch die Beschäftigung mit experimentellen Animationsfilmen. Die Animations­filme von Martin Anibas erzählen keine Geschichten, sondern kreisen um dynamische, rhythmische Metamorphosen oder beschäftigen sich mit gegenstands­losen Farbkompositionen.
Es folgten zahlreiche Ausstellungen im In- ­und Ausland als bildender Künstler, sowie internationale Festivalteilnahmen mit seinen insgesamt
24 Animationsfilm­arbeiten, darunter: „60 Seh-Kunden“ (1989), „Flucht­punkt“ (1990), „Am Land“ (1991), 
„Le trait rouge“ (1993), "Pique-Nique" (2000)


Fridolin Welte

HAUS
Ist die Grenze der Einflüsse von Innen und der Einflüsse von Außen, gedacht oder materialisiert. Das Bedürfnis des Menschen nach Erweiterung der eigenen Körperlichkeit und Geistigkeit im Sinne des Individuums und der persönlichen Freiheit steckt inert
dieser Begrenzung. Die Anforderungen der Welt an den Menschen gestalten sich bedrängend, berührend, verformend, eindringend und bilden die andere Seite dieser Formalhaut.

Das Haus in seiner Form, Fassade, Größe, Positionierung und Materialität ist die Grenze, die die Bewohner, die Erdenker und die Errichter von Häusern in ihrem Versuch, Welten zu gestalten, beschreibt. Gerade Haus als Einzelnes, aber auch in Verbänden, ist mit der Vorgabe des Innewohnens eine stark material- und formgebundene, an die menschliche Form gebundene Aufgabe. Die Freiheit, die ich mir herausnehme, Haus als plastische, skulpturale oder environmente Auseinandersetzung zu sehen, bringt mich in die Lage, bestehende Fragen zu Form und Raum, wie z.B. Öffnungen, Wege, Hermetik, Transparenz, Stabilität oder Bewegung, neu zu interpretieren und mit Inhalten zu füllen oder
zu überlagern. Mit Schrift durchbrochene Wände sind nicht gleich Werbebanner an Baugerüsten, nicht applizierte oder vorgehängte Zeichen, sondern essentiell dem Bauwerk zugehörig. Dorferweiterung ist nicht mehr eine Anhäufung vieler Einzelobjekte auf immer mehr schwindender unverbauter Fläche, sondern eine erst lineare, dann sich zum Netzwerk verdichtende raumgreifende Plastik. Sie ist eine in ihrer Gestalt an ein Satteldachhaus erinnernde Formenzusammenstellung und zeigt in ihrer Bauart des Formens und Geformtwerdens das Fließen und Erhärten von Grenzen sowie durch das Öffnen derselben Einblicke in höhlenartige Räume, welche in ganzkörperlichen Bewegungen erschlossen werden.
 

Hannelore Greinecker-Morocutti

Ausstellungseröffnung: 4. März 2011 um 16 Uhr

Eröffnung im Rahmen des NEXTCOMIC - Festivals 4.-11. März 2011

Der Himmel zwischen den Mauern

Erzählt die Geschichte des jüdischen Warschaus in den 30er Jahren, als die jüdische Kultur voll aufblühte. Als Führerin auf dieser Reise fungiert Lea Weizenbaum, eine fiktive Person, der wir im Ghetto wiederbegegnen.
Ein junges Mädchen, das den Mut und die Hoffnung repräsentiert mit der viele Bewohner des Warschauer Ghettos dem Schrecken des Alltags trotzten. Und wir erleben ihren Weg zum „Umschlagplatz“, der in den Gaskammern von Treblinka endet.

www.nextcomic.org
www.austrocomix.blogspot.com

Ulrike Johannsen, Stockholm Syndrom, 2009
Ausstellungsdetail, Ulrike Johannsen
Ausstellungsdetail, Martin Dickinger
Martin Dickinger, O.T., 2010

Ausstellungseröffnung: 19. Jänner 2011 um 19 Uhr

PRODUKTION

ein Ausstellungsprojekt mit Ulrike Johannsen & Martin Dickinger

Ulrike Johannsens Werkgruppe Stockholm Syndrome wurde nach dem psychologischen Phänomen benannt, das erstmals 1973 anlässlich einer Geiselnahme bei einem Banküberfall in Stockholm beschrieben wurde. Demnach entwickeln Opfer unter bestimmten Umständen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern, sympathisieren oder kooperieren sogar mit ihnen.

Johannsen produziert eine Serie von Anzügen, in die die Aufforderungen control me / obey me (kontrolliere mich / gehorche mir) als dezente, kleinteilige Muster eingeschrieben wurden. Verarbeitet im Stil der internationalisierten formellen Geschäftskleidung werden die Sätze zur grundlegenden Struktur privater wie gesellschaftlicher Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse.

www.stockholmsyndrome.at

Martin Dickinger überzieht die Dinge unserer Alltagswelt mit einer Haut aus grauem Papiermaschee, das er aus Nachrichten, Informationen und Werbungen der uns überflutenden Medienwelt produziert. Die so ihrer Oberfläche und Funktion beraubten Dinge- nun Marken-, Aufschrifts- und Inhaltslos - verwandeln sich in diesem Prozess in Zeichen der ursprünglichen Gegenstände. Dickinger häuft diese Hüllen zu gigantischen 'Halden', die sich einerseits als Müllhalden unserer Konsumgesellschaft lesen lassen, uns gleichzeitig als Waren-Tsunamis direkt aus asiatischer Massenproduktion entgegenzukommen scheinen.

Dem widerspricht die liebevolle Herstellung jedes einzelnen Objektes, die Dickinger seit Jahren in täglicher, stundenlanger Kleinarbeit von Hand fertigt. Die Aura der
sorgfältigen Handarbeit als Produktionsprozess konterkariert diejenige der 'Prototypen'- ihrer Zwillinge in der realen Welt - denn diese haben keine 'wirkliche' Produktionsgeschichte mehr vorzuweisen.

www.johannsen.net/ulrike
www.hotelpupik.org/dickinger/hosts.htm

 


Ralf Hoedt, kleines beton, 2009
Robert Gschwantner, TRH-01, 2010, PVC-Schläuche, Wasser aus dem Lago di Traiano, Glyzerin, 150 x 100 cm

Ausstellungseröffnung: 20. Oktober 2010 um 19 Uhr

MEZ + 6 h
Ralf Hoedt

Für die Arbeiten Ralf Hoedts erscheint es angemessen, nicht von dokumentarischen Projekten zu sprechen, sondern von einem System der Dokumentation, das er unter Verwendung von Fotografie (und zumeist über einen Zeitraum von mehreren Jahren) realisiert. Dabei kommen verschiedenste Formen des fotografischen Mediums zum Einsatz:  eigene Aufnahmen, Zeitschriftenmaterial, bildliches Referenzmaterial aus verschiedenen Publikationen. Die dabei
entstehenden Serien haben den Charakter eines Archivs, das aus einer langfristigen Recherche entsteht, ohne dabei jedoch eine Idee der Vollständigkeit zu verfolgen. Die Archive Ralf Hoedts schulden sich vielmehr einem spezifischen Interesse nach Bildern, in denen sich  Koordinatenpunkte des Untersuchungsgegenstandes verdichten, die als Schaltmomente einer nach vielen Seiten hin offenen Narration fungieren und die Serien als visuelle Untersuchungsfelder erscheinen lassen, in dem sich Repräsentation, Politik, Ökonomie, Geschichte und Ästhetik verschränken. Die Untersuchungen Ralf Hoedts beziehen sich somit immer schon auf eine Politik der Bilder und Blicke, die aufgegriffen, der eigenen Arbeit eingeschrieben und zugleich analytisch und kritisch kommentiert werden. Ralf Hoedt inszeniert gewissermaßen einen Diskurs der Bilder über Bilder, in dem deren verschiedenste Verwendungszusammenhänge aufeinander bezogen werden.

Maren Lübke-Tidow, Rainhard Braun (Camera Austria / Graz)


de nive sexangula

Robert Gschwantner

Für diese Ausstellung zeigt Robert Gschwantner zwei Projekte mit Video und den dazugehörenden Wandarbeiten. Die mit dem italienischen Filmemacher Giorgio Cappozzo entstandenen Videos zeigen Parallelen und Gemeinsamkeiten antiker bzw. moderner Architekturen und Topografien.

Das 2008 entstandene Video The Perfect Circle handelt von den konzeptionell zusammenhängenden Raumgestaltungen des Parks von Versailles (17. Jhdt) und der von Lingang New City in China (geplante Fertigstellung 2020). Das Video zeigt eine künstliche Landschaft, die in ihren Perspektiven und in ihrer Geometrie urban wirkt. Tatsächlich gilt der Park als Beginn der modernen urbanen Raumgestaltung, die bis heute angewandt wird. Lingang New City (eine am Reissbrett entworfene Hafenstadt für 800.000 Einwohner) ist das letzte Beispiel dafür.

Die zu diesen Video dazugehörigen Bilder lagern diese beiden historisch und räumlich voneinander entfernten Orte übereinander an. Ihre aus der Vogelperspektive der Planer abstrahierten Arrangements vereinigt Gschwantner mit Hilfe von Architekturmodellen Lingang New City‘s und malt darauf Veduten des Parks von Versailles. Über diese Bildträger ist eine Textur aus Plastikröhrchen gespannt die mit Glyzerin und Wasser aus dem Grand Canal von Versailles gefüllt sind.

Das aktuelle Video The Reflected Hexagon (2010) vergleicht den antiken Hafen Portus / Rom (112 n. Chr. - heute Lago di Traiano) mit den Flughafen Tegel / Berlin (1974). Beide verbindet nicht nur ihre Funktion als internationales Tor zweier Metropolen in unterschiedlichen Epochen, sondern auch ihre Form - ein Sechseck, das in diesen beiden Fällen als logistisch ideal gilt.  Zentrales Thema des Videos sind auch Schneekristalle die aus Wasser (Symbol für Hafen) und Luft (Symbol für Flughafen) entstehen. Schneekristalle sind immer sechseckig. Bei gewissen Temperaturen enstehen Prismen deren Geometrie erstaunliche Ähnlichkeit mit den Grundrissen Tegels bzw. Portus haben.

Die zu dem Video entstandenen Wandarbeiten sind aus PVC-Schläuchen geknüpfte Teppiche. Sie zeigen Motive der Ruinenfelder rund um den antiken Hafen und beinhalten Glyzerin und Wasser aus dem Lago di Traiano. 

 

Marion Kilianowitsch, Spiegelung, 2010, Alu/Acryl
Heidi Zenz, Algen/Torf, 2010, Collage

Ausstellungseröffnung: 15. September 2010 um 19 Uhr

vom wasser erzählen

Marion Kilianowitsch

zeigt in ihrer graphischen und malerischen Bearbeitung von Metall, die Veränderung der Farbe durch ihre Trocknung und Eigenschaft auf den metallenen Bildgrund. So wie das Wasser von Ruhe und Fluss, Stille und Bewegung begründet ist  (Maria C. Holter), so erzählen auch ihre Bilder von der- im Wellengang- entstehenden Bewegung, von der- Küstennähe- und dadurch veränderten Position, anderen Sichtweisen und vom  fließen der Gedanken, wie sie ihre Bildtitel und Werkserien nennt.

Die grafischen Elemente, zeichnet sie mit dem Schweißkolben auf das Metall. Durch die geschweißten Linien entstehen Narben, Löcher, Verbrennungslienen und Schmauchspuren. Die geballte Energie die durch den Schweißkolben fließt und auf das Bild übertragen wird reflektiert die Energie des Wassers wider und lässt so ihre Kraft erahnen. 

Heidi Zenz

Ihre Arbeiten erzählen vom Leben und von den Prozessen im Wasser. Sie zeigt die Veränderungen in die sich im Laufe der Zeit in den Gewässern im Ibmer Moor ergeben.

Von grellgrün bis braun changieren die Farben der Algen auf den Bildern. Alles fließt, alles ist in Bewegung,  der Blick taucht ein und verliert sich im feinen Geflecht der Wasserpflanzen, die wie ausgebreitet, ja fast erschöpft und  sich wie an Land gespült dem Betrachter zeigen.

Von der Wasserfläche arbeitet Heidi Zenz sich bis zum Grund. Dort findet sie den Schlamm, der wie ein Gespinst in das Papier gearbeitet wird, an die Algen und das Gehölz erinnert, das einst zu Boden gesunken ist und sich im Laufe der Zeit in Schlamm verwandelt hat.

Zeit – Wasser – Pflanzen sind die Voraussetzungen, die das Moor entstehen lassen. Tausend Jahre braucht es, bis aus abgestorbenen, abgesunkenen, organischen Materialien der Torf entsteht. Dieser wird nach altem Handwerk gestochen und in einer Installation präsentiert.

www.kilianowitsch-art-kainz.com 

Herzstriche, 2010, Waldviertler handgeschöpftes Hadernbüttenpapier, 120 x 95 cm

Ausstellungseröffnung: 13. August 2010 um 19 Uhr

Oberösterreichischer Kunstverein Gast im Kubinhaus - Wernstein

Kubin - Portrait im Spiegelbild

Alfred Kubin zählt nicht nur in der generellen Entwicklungsperspektive der bildenden Kunst mit Oberösterreichbezug zu den bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten des Landes, sondern ist auch bis in das gegenwärtige Kunstgeschehen hinein eine Persönlichkeit von großer Stahlkraft geblieben. Die Auseinandersetzung mit seiner Künstlerpersönlichkeit bzw. seinem Werk ist für viele zeitgenössische Kunst­schaffende eine große Anregung und in vielen Fällen Impulsgeber für eine intensive Vertiefung in diese künstlerische Weltsicht. Dies ist auch in besonderer Weise der Fall bei den beiden Künstlerpersönlichkeiten des Oberösterreichischen Kunstvereins, die ab Samstag, 14. August 2010 im Kubin-Haus eine gemeinsame Ausstellung gestalten.

 

Kurt Steinberg hat sich dem komplexen Künstlerphänomen Kubin zunächst durch die Gestaltung mehrerer gemalter Kubinportraits genähert, um sich in weiterer Folge immer näher an die faszinierenden Perspektiven Kubins heranzuschreiben. Es entstanden skripturale Arbeiten, die in minutiöser Kleinarbeit vielfältigste Sprachzeichen zur Faszination eines handschriftlichen Eindrucks zusammenfassen. Das Schriftgebilde wird zum Bildgebilde, ergänzt und substanziell erweitert durch die Bearbeitung des Bildträgers selbst: also das Papier. Ganz im Sinne mittelalterlicher Palimpseste, bei denen vorhandenes Textmaterial immer wieder ausgelöscht und überschrieben wurde, bearbeitet Kurt Steinberg mit unterschiedlichen Formakzenten das Papier, das sich wie eine sensible Künstlermembran dem Betrachter mit all seinen Einkerbungen, Verletzungen, Tätowierungen und im weitesten Sinne Lebensspuren präsentiert: Das bildhafte Schreiben hat seine Fortsetzung gefunden. Alfred Kubin als Meister der „anderen Seite“ ist Impulsgeber für eine weit ausholende Auseinandersetzung mit immer wieder von neuem überlagerten Beschriftungen, immer wieder von neuem überlagerten Phasen des Beschreibens von sensiblen Wahrnehmungen und phantastischen Ausgreifungen des menschlichen Geistes.

Die Faszination der konsequenten Linie des Zeichners Alfred Kubin greift Maria Treml in ihrer Rauminstallation auf und konzipiert im Deckenbereich des Ausstellungsraumes im Kubin-Haus eine „Himmeltextlinie“, die den skripturalen Impuls von Kurt Steinberg auf prägnante Weise in den Raum hinein fortsetzt, um damit einmal mehr ein Gesamtkunsterlebnis in einem der wohl prägnantesten Räume der Kunst in Oberösterreich, im Kubin-Haus, zu gestalten.

Peter Assmann

Daniela Pesendorfer, Das Gegenüber im Atelier

Ausstellungseröffnung: 9. Juni 2010 um 19 Uhr

(dis)play

Kunstwerk - Raum - BetrachterIn

Raum ist nun nicht mehr die Dimension, in der etwas geschieht, sondern das was geschieht macht den Raum aus.[1]

Brian O´Doherty, Inside the White Cube, 1976

Kunstwerk, BetrachterIn, Architektur und Raum wirken in einer Ausstellung gegenseitig aufeinander, sie stehen in einem Dialog, sie wechseln Blicke, sie interagieren. Erst in diesem Austausch ergeben sie das Medium „Ausstellung“, erst durch ihren gemeinsamen Auftritt fügen sie sich zu einem gemeinsamen Ganzen. Friedrich Kiesler – Visionär, Künstler, Architekt, Kurator – definierte jenes Moment als räumliches Kontinuum: „It has become increasingly clear to me that the new content in the arts is the desire to correlate, to link, that is, to integrate any part of our created environment into a new unity, a unity not rigid and seperatist, but part of the continuum of our life.“[2] Jeder Mensch, jedes Kunstwerk, jede Architektur befindet sich in einem, sich reziprok wiederholenden, aufeinander bezogenen System von Spannungen. Was macht eine Ausstellung aus? Welche Kräfte werden freigelegt, welche einmaligen Konstellationen ergeben sich? Welche Geschichte wird erzählt? Gleicht das display nicht einem play?

Das Umfeld wird genauso wichtig wie das Objekt, vielleicht sogar wichtiger. Denn das Objekt atmet in seine Umgebung hinaus und atmet auch die Wirklichkeit der Umgebung ein – gleichgültig in welchem Raum, ob eng beisammen oder weit auseinander, ob im Freien oder im Innenraum.[3]

Friedrich Kiesler, Second Manifesto on Correalism, 1965

In dieser Ausstellung findet eine Fortführung statt: KünstlerInnen, die bereits gemeinsam ausgestellt haben, greifen die Interaktion zwischen Objekt, Raum, Architektur und BetrachterIn auf. Sie reagieren mit ihren Arbeiten aufeinander, sie führen einen Dialog, sie reflektieren und rezepieren: Welche Synergien und Verschränkungen ergeben sich? Nicht nur Raum und Publikum wirken auf ein Kunstwerk, sondern ebenso Objekt auf Objekt, KünstlerIn auf KünstlerIn.

Agnes Hannes

[1] Brian O ´Doherty, Inside the White Cube, Berlin 1996, S.39.

[2] Friedrich Kiesler, in: Selected Writings, Ostfildern-Ruit, S. 108.

[3] Friedrich Kiesler, Second Manifesto on Correalism, in: Art International, März 1965, S. 16.

Elisabeth Czihak, Ohne Titel (Landhausturm 1), 2010, C-Print

Ausstellungseröffnung: 12. Mai 2010 um 19.30 Uhr

Das Fröhlich- Jahr 2010 

Im Landeskulturzentrum Ursulinenhof widmen sich zwei Ausstellungen mit speziellen Beobachtungsansätzen Fröhlichs Œuvre. Der Oberösterreichische Kunstverein, dem der Künstler Fröhlich in den 1960er Jahren als Präsident vorstand, zeigt ein fotografisches Projekt von Elisabeth Czihak über dessen öffentliches Werk. In Zusammenarbeit mit der Kunsthistorikerin Christina Bayer entstand eine subtile Spurensuche zu den Fresken und archtiekturbezogenen Malereien, die Fröhlich u.a. in Engelszell, Linz und Wilhering ausführte. Kunsthistorisch erweisen sich die Aufträge von spezieller Bedeutung: Sie bieten die Möglichkeit, einen bestimmten Werkabschnitt in einem speziellen Kontext nachzuvollziehen. Standen das Engelszeller Langhausfresko in den 1950er Jahren für die persönliche Entdeckungs- und Aneignungsphase des Kubismus und die Bemalung der Linzer Synagoge von 1965 für den weitgehend ausdifferenzierten Umgang mit einem erprobten Formenvokabular und die Aufnahme plastischer Details, so repräsentierte der Wilheringer Festsaal Fröhlichs spätes Denken über den Stil und Inhalt seiner Bilder in den 1990er Jahren.

www.diekunstsammlung.at
www.fritz-froehlich-sammlung.at