Oberösterreichsischer Kunstverein
Kristyna Krabatschova
Markus Anton Huber
Peter Paszkiewicz

*Linzer Kunstsalon
Freitag, 26. September 2014, 19 Uhr - Eröffnung
Samstag, 27. September von 10 - 19 Uhr, Sonntag, 28. September von 10 - 18 Uhr

Wir präsentieren unsere Mitglieder

Kristyna Krabatschova
Zentrales Thema ihrer Arbeit sind Atmosphäre, Raum, Alltag, Zeit und Erinnerungen, die sich meist in Landschaften, in Landschaften des Wohnraumes, des Alltäglichen Lebens widerspiegeln.

*1981 in Prag, Studium an der Kunstuniversität Linz, lebt und arbeitet in Köln
www.kristynakrabatschova.blogspot.com

Markus Anton Huber
Es sind die inneren Zustände, die mich anziehen und faszinieren, das Geträumte und Unsichtbare, die große Kraft, die das Weltenrad antreibt und bewegt. Die Knäuel von Strichen und Linien ziehen sie nach diese Kraftwirkungen und verfolgen die Bewegungen der Moleküle und Elementarteilchen auf ihre Beziehungsbahnen.
(Textauszug)

*1961 in Königswiesen Studium der Medizin, seit 1994 freischaffender Künstler,
lebt und arbeitet in Linz

www.markushuber.at

Peter Paszkiewicz
Raum ist immer funktionell.
Er ist Vokabular, meint insofern etwas. Die Sinnfrage wird über das Vokabular angeschnitten. Materie ist das Sichtbare, Erlebbare über das sich die Definition abwickelt. Manche sehen nur Materie, andere lesen etwas ab, verstehen eine Ordnung, begreifen, dass das ein Ordnungsprinzip, ein Schlüssel ist.

Im übertragenem Sinne bin ich ein Aufsperrdienst, ich produziere Schlüssel die eine Tür zum Begreifen öffnen. Es geht nur darum, das ist die Funktion von Kunst.

*1943 in Gmunden, lebt und arbeitet in Wien und Burgenland

Frank Louis, Meierei, 2014
Frank Louis, Inkontinenter Raum,2013

Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 10. September 2014 um 18 Uhr (Achtung geänderte Beginnzeit!)

Showtime

In der Mitte des Ausstellungsraumes wird die dreiteilige Arbeit „Showtime“ präsentiert. Sie besteht aus Spiegelkästen, die durch Spanngurte zusammengehalten werden. Zwei grundsätzlich unterschiedliche Perspektiven sind möglich. Die Objekte können einerseits von außen betrachtet als Körper im Raum gesehen werden. Der Blick hinein zeigt andererseits einen Raum im Raum, der nicht mit den physischen Grenzen der Kästen übereinstimmt. Im Inneren befinden sich Einbauten aus Materialien, die Wohnungen oder Gärten entstammen. Diese Innenräume scheinen unendlich zu sein und gleichzeitig in eine Vielzahl von Facetten zu zerfallen, die es unmöglich machen, einen einheitlichen Raum zu erkennen.

Ein ähnliches Prinzip findet sich auch in den Farbfotografien, die an den Wänden hängen, wieder. Es sind Fotografien eines Teppichs, die mittels eines Panoramaprogramms in eine neue Ordnung gebracht wurden. Auf den ersten Blick wird das Bild eines Teppichs erkannt. Erst später wird deutlich, dass es sich um kein einheitliches Teppichmuster handelt, sondern um eine Art Collage.

Auch die Arbeit „Meierei“, die in den drei Fensternischen des Raumes ausgestellt wird, behandelt das Zueinander von Einzelteilen. Gezeigt werden drei Paarungen dreier verschiedener Objekte. Jeweils ein Objekt füllt mit jeweils einem der anderen eine Fensternische. 

www.franklouis.de

P. Braun / J. Hinterberger / A. Pils
elffriede.aufzeichnensysteme
Hubert Ebenberger
Holger Jagersberger
Kristyna Krabatschova

Ausstellungseröffnung im Kubinhaus / Zwickledt: Freitag, 11. Juli 2014 im 19 Uh

IN MY POCKET
Vorschau
Sie hat etwas entdeckt. 
Das hat sie eingesteckt.
Eingeschoben und in ihrer Hand gehalten.
Sie hat es zu den anderen gelegt, 
vorsichtig auf die Tischplatte.

Er hat etwas gesehen.
Das sieht er gerne.
Er nimmt es mit, er fragt es:
Wie willst du werden?
Wo möchtest du sein?
Er macht es neu, er legt es zu den anderen
auf die Wachstischdecke.
  

Gefundenes, Verwandeltes, Behandeltes, vom Alltag Gezeichnetes, Gestorbenes, Recyceltes, zu neuem Leben Erwecktes, Zweckentfremdetes ist nicht selten Grundlage für künstlerische Arbeit. 

Im Kubinhaus Zwickledt werden mit IN MY POCKET Werke versammelt, denen Spuren von Fingern und Geschichten nicht fremd sind.

An ein Ignorieren der Künstlerperson Alfred Kubin im Kubinhaus Zwickledt ist gar nicht zu denken! Vielleicht liegt es an der Abgeschiedenheit, die es Kubin ermöglichte, sich seine Mauern ganz und gar zu Eigen zu machen – ein Umstand, der ihn bis heute an diesem Ort präsent sein lässt. Das Kubinhaus war auch zu Lebzeiten Alfred Kubins ein abgelegener Hof in dünn besiedelter Ländlichkeit. Der Zeichner scheute das Reisen nicht, und doch ist an seinen Spuren erkennbar, wie sehr das Kreisen im eigenen Universum fern der Zivilisation sich in Wesen und künstlerischer Arbeit manifestiert. In diesem Sinne ist IN MY POCKET auch ein Aufgreifen der Kubin’schen Entscheidung zum zurückgezogenen Leben, selbstdosiert in Interaktion tretend.

Und so tragen wir als Besuchende Alfred Kubin in unseren Jackentaschen. Wir halten ihn, wie Kinder die Kastanien in ihren (in die Manteltaschen geschobenen) Händen halten – umschließend, spielend, gedankenverloren, mit warmen Fingern. Überlegungen werden angestellt, und sie wandern in die Taschen zu der Kubin-Kastanie – als bunte Murmel vielleicht. Später, nach einiger Zeit nehmen wir das Herumgetragene (mit unseren Tapsern und Staubkörnchen benetzt) auf den Tisch. Dann plötzlich ergibt alles ein Bild und einen neuen Sinn.

Gefundenes, Verwandeltes, Behandeltes, vom Alltag Gezeichnetes, Gestorbenes, Recyceltes, zu neuem Leben Erwecktes, Zweckentfremdetes.

IN MY POCKET setzt gleichsam voraus, dass es diesen Ort tatsächlich gibt, an den man das Gefundene bringt (wie das Eichhörnchen die Nüsse zur Baumwurzel, wie die Katze den getöteten Vogel vor deine Füße). Eindrücke, Gegenstände, Ideen, Freunde, Gemüse, Holz, Papier, Briefe, Träume, Phantasien, Liebeskummer, Geliebte, Einsamkeit, Steine werden eingesammelt und ins eigene, abgeschiedene, verschachtelte, intime Universum getragen, in dem es möglicherweise – wirtschaftslageabhängig oder berufsbedingt – an Einkünften und Vergütungen mangelt und sich die Sicherung der Existenzgrundlage problematisch darstellt, in dem aber in Aura und eventuell in Verschrobenheit hingebungsvoll gebadet werden kann.

Es ist nicht verwunderlich, dass Kinder im Spielen erstmals nach ihrer Phantasie und nach Gefundenem greifen. So sehr diese Fähigkeit des denkenden, träumenden, künstlerisch wirkenden Geistes als Gewinn gesehen werden kann – es lebe die Bohrmaschine aus alten Eierkartons – so wichtig ist es doch auch, den diskursiven und realen Brückenschlag von der

Überlebenskunst Kunst zu einem finanziell gesicherten KünstlerInnen-Dasein zu schaffen, in welchem die Not nicht grundsätzlich und selbstredend zur Tugend gemacht werden müssen sollte – für das Schaffen der Kunstwerke reicht keine papierne Bohrmaschine. Der Titel IN MY POCKET darf also durchaus auch als das Gähnen der Leere in den Geldtaschen vieler hauptberuflicher KünstlerInnen gelesen werden. 

Wir wagen mit IN MY POCKET mehrere Sprünge rund um die materiellen und immateriellen Reichtümer in unseren Manteltaschen und Sprünge rund um Kubin.

Petra Braun / Julia Hinterberger / Armin Pils
www.elffriede.net
www.hubertebenberger.com
www.holgerjagersberger.com
www.kristynakrabatschova.blogspot.co.at
www.birgitpetri.tumblr.com

 

Christian Hofmann
Wolfgang Marx

Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 28. Mai 2014 um 19 Uhr

Continuum     Gegenständliche Kunst - Gegenstand Kunst

Das Ausstellungsprojekt GEGENSTÄNDLICHE KUNST - GEGENSTAND KUNST von Christian Hofmann und Wolfgang Marx zeigt den Weg der beiden Wiener Maler an einem wichtigen Punkt ihres künstlerischen Schaffens, von ihrem extremen Realismus in die zunehmende Abstraktion mit allen unbegrenzten Facetten. Hofmann und Marx verbindet die Beharrlichkeit mit der sie kontinuierlich ihre eigenständigen Positionen innerhalb der gegenständlichen Malerei weiterentwickeln und weiterverfolgen. Es ist der ideale Zeitpunkt, um eine kurze Rückschau zu halten, die gemeinsamen Wurzeln aufzuzeigen und den künstlerischen Werdegang mit möglichen Perspektiven zu präsentieren.

Ausstellungsprogramm

Die Metamorphose, die der Zyklus "Fahnen" in Christian Hofmanns Werken durchläuft, ist das zentrale Thema seines aktuellen Ausstellungsprogrammes. Nach Arbeiten die reale Fahnen als politische oder religiöse Symbole in verfremdeter Darstellung wiedergeben, greift der Künstler auch bei diesem Zyklus zunehmend auf die Erarbeitung seiner Bilder durch Schaffung objekthafter Installationen als Vorbild für seine Malerei zurück und führt das Thema gleichzeitig auf den Weg in die Abstraktion. Wolfgang Marx zeigt in seinen Bildern das Ergebnis einer Reflexion über das Medium Malerei. In seinen Arbeiten ist immer die Rückseite eines Gemäldes dargestellt, der Betrachter sieht das Motiv jeweils als Durchsicht durch eine transparente Fläche. Oft handelt es sich bei diesem Motiv um Schrift, um ein Wort, das für einen bestimmten Begriff steht, welches durch den in diesen Arbeiten dargestellten transparenten Bildträger seitenverkehrt durchschimmert. Auf der dem Betrachter zugewandten Rückseite dieses Bildträgers wird dieser Begriff von seinem vermeintlichen Gegenteil überlagert, einem anderen Wort, das seitenrichtig gelesen werden kann.

Werner-Maria Klein über Hofmann & Marx

Die Kunst des Christian Hofmann

Eines der wichtigen Anliegen der Kunst unserer Gegenwart ist eine Verbindung zum wirklichen Leben sichtbar und deutbar zu machen. Die Freiheit der Kunst lebt in der Freiheit des Künstlers und so begegnet uns Christian Hofmann als tiefsinniger und genauer Beobachter seiner näheren und weiteren Umwelt - ergo wird er nicht sosehr durch seine überaus virtuos vorgetragene Malerei, sondern als Ideengeber, der auch den Rezipienten zum Erzähler seiner eigenen Geschichte werden lässt, zum Künstler. Die Abbildfunktion ist nun nicht zur Gänze aufgehoben sondern bloß in den Hintergrund gedrängt. Die Mittel der Abbildung Linien Flächen und Farben werden aus ihrer dienenden Rolle in eine gleichberechtigte gehoben, werden aber dadurch autonom, so wie auch das Bild selbst dem Vorbild nicht mehr verpflichtet, so wird die Nichtfarbe Weiß beispielhaft zur Repräsentation des Unendlichen und Grenzenlosen, es löst mit der gegenständlichen Welt auch alle Lokalfarben und absoluten Farben auf und ermöglicht im Werk des Künstlers wieder einen Blick auf die unverstellte Wirklichkeit.

www.christianhofmann.at

Wolfgang Marx und der autonome Bildkörper

Die dargestellten Arbeiten des Künstlers sind keine bloßen Abbilder mehr, da im Selbstverständnis der Kunst der Anspruch erhoben und formuliert wird, ein dem Vorbild ebenbürtiges Wesen zu sein. Die Arbeiten werden nach eigenen Gesetzen aufgebaut und somit entzieht sich das Dargestellte dem Vergleich mit dem Vorbild. Die abgebildete gegenständliche Realität wird durch die Bildrealität erweitert und bis ans Ende gedacht durch diese in weiterer Folge ersetzt. Aus dem vorbildgerechten Abbild wurde ein bildgerechtes Abbild. Die innovative Weiterführung im 20. Jh. versteht sich nun als Dialektik der Moderne und öffnet den Blick auf unsere Gegenwart, abseits der Inszenierung des Fensterblickbildes. Malerei und Farbe sind in der Tat nicht verschwunden - haben aber ihre "geschichtsmächtige" Funktion verloren - sind nun Teil der Freiheit der Kunst.

www.wolfgangmarx.at

Linus Riepler, Interaktion von Raum und Musik / Datail

Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 2. April 2014 um 19 Uhr

Panoptikum

Aufgrund eines im Herbst bevorstehenden Jubiläums - dreißig Jahre Linus - ist es Zeit für ein Resümee. Neben ganz neuen Arbeiten werden auch ältere und sehr alte gezeigt, oder Teile davon. Ähnlich einem Skulpturenpark, nur im Innenraum, erstreckt sich eine Art Spielteppich über den gesamten Ausstellungsraum des Oberösterreichischen Kunstvereins. Dadurch entsteht eine einzige, nur für den Ausstellungszeitraum (zumindest in dieser Art) existierende Arbeit. Eine Spielwiese durch die sich die Besucher bewegen dürfen, um die Objekte zu benützen. Der Spielteppich ist selbstverständlich kein wirklicher Teppich, sondern eine Skulptur, bestehend aus den verschiedensten Fragmenten vergangener, zukünftiger und gegenwärtiger Arbeiten. Eine thematische Verwandtschaft, eine Landschafts-, Natur- oder Spielzeugthematik, die allen Arbeiten innewohnt, bestimmt die Auswahl. Somit besteht nicht der geringste Anspruch auf Vollständigkeit, vielmehr deckt das heraufbeschworene Resümee nur einen bestimmten Teilbereich ab. Diese Herangehensweise soll alle zehn Jahre wiederholt werden, bis sich der Kreis schließt und ein Panoptikum aller Arbeiten entsteht.

www.linusriepler.eu

Joseph Lambert
Sharmila Banerjee

Ausstellung im Rahmen von NEXTCOMIC 2014: Donnerstag, 20. März 2014,
unsere Galerie ist ab 19 Uhr geöffnet, Treffpunkt zur Einführung um 20.30 Uhr

Joseph Lambert

Amerikanischer Comiczeichner und Illustrator, der in den letzten beiden Jahren die zwei wichtigsten Comicpreise in den Usa, den Eisner Award (2013) und den Ignatz Award (2012) erhielt. Veröffentlichungen für alle wichtigen internationalen Comicverlage, wie: Fantagraphics (Usa), Nobrow (GB), Çà et Là (F), Hyperion/Disney (Usa), The Best American Comics, The Center of Cartoon Studies, Secret Acres (Usa), Stripburger (Slowenien), etc. Die Graphic Novel "Annie Sullivan" (Disney) wurde mit dem Eisner Award ausgezeichnet, der mit dem Oskar der Filmbranche verglichen werden kann. Die Ausstellung wird neben Originalzeichnungen auch seine Sketches umfassen, die zum Verkauf stehen. Erster Europa-Aufenthalt &-Ausstellung des 30-jährigen Lamberts.
www.submarinesubmarine.com

Sharmila Banerjee

Berliner Comiczeichnerin und Illustratorin. Studierte in Stockholm und Köln "Graphic Design". Ausstellungen in Europa (Bologna, Fumetto Luzern, Stockholm, Köln, Nottingham, etc.). Neben ihren eigenen Comicmagazinen (z.B.: Lepidopter) erscheinen ihre lustigen Geschichten (mit Tiefgang!) in Stapazin (Ch), Nobrow (GB), Orang X (Reprodukt, Brd), The Loop (GB), Kuti Kuti (Fin), Missy Magazin (Brd), etc. Sie verkauft auch wunderschöne Siebdruck-Plakate. Ihre Klienten für Design waren u.a.: SPEX (Editorial Design), Page Magazin, ZEIT, Maxim Gorki Theater, Telekom, American Typewriter, ...
www.sharmilabanerjee.de

Barbara Höller
Michael Wegerer

Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 19. Februar 2014 um 19 Uhr

Clusterwolke

Vom Singular zum Plural. Michael Wegerer und Barbara Höller wollen unter dem Arbeitstitel "Clusterwolke" einen künstlerischen Prozess vorantreiben, der im Austausch von Begriffen und Dingen besteht. Die gemeinsame Präsentation soll die diskursiven Erfahrungen der Ausstellungsvorbereitungsphase zum Gegenstand haben und in einer raumbezogenen Installation präsentiert werden. Beziehungen zwischen den Arbeitsmethoden sollen hergestellt werden, scheinbar Unvereinbares soll spannungsgeladen dargestellt werden.

"Die Dinge sind zu Hybriden, zu Mischwesen geworden. Menschen und Dinge sind ja ineinander verschränkt. Wir hängen von ihnen ab, sie wirken auf uns ein. Und bilden gemeinsam mit uns Kollektive." (Bruno Latour, 2000, zeit.de)

Den Hintergrund des Konzeptes bilden die Gedanken von Bruno Latour (französischer Philosoph und Soziologe) und dessen Verständnis von Kooperation/Kollaboration. Latour beschreibt das Soziale als keine gleichbleibende Qualität oder gar etwas mehr oder weniger Stoffliches, sondern etwas Momentanes, als die Verbindung (Beziehung) von vorher nicht Zusammengehörendem in einem Handlungszusammenhang. Diese nicht zusammengehörenden Dinge oder Menschen sind Vermittler und Übersetzer. Die Beziehung zwischen ihnen ist nur vorhanden, wenn sie sich verbinden und miteinander kommunizieren, zuhören und sprechen.

www.barbarahoeller.at
www.mikewegerer.com

Hannelore Demel-Lerchster
Daniela Pesendorfer

Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 15. Jänner 2014 um 19 Uhr

so oder so
abdecken, bedecken, bespielen

Der Titel so oder so - abdecken, bedecken, bespielen bezieht sich auf die Bedeutungen des Wortes abdecken. Für die Künstlerinnen liegt das Interesse in der Zweideutigkeit des Wortes. Einerseits abdecken im Sinne von entfernen, wegnehmen, abnehmen und abziehen. Andererseits abdecken als bedecken, zudecken, verhüllen und verhängen.

Das Wort bespielen zeigt die Leichtigkeit im Umgang mit abdecken und bedecken. Die künstlerischen Arbeiten von Hannelore Demel-Lerchster und Daniela Pesendorfer schaffen eine Verbindung zwischen den Begriffen und bespielen den Ausstellungsraum.

Hannelore Demel-Lerchster stellt materialbezogene Objekte aus, die sich mit Text, Sprache und Zeichen auseinandersetzen.
Daniela Pesendorfer beschäftigt sich in ihren künstlerischen Arbeiten mit dem eigenen Lebensraum. Dabei verwendet sie das Medium Fotografie sowohl als Ausgangsmaterial als auch als Ausdrucksmittel.

www.daniela_pesendorfer.public1.linz.at

Armin Andraschko
Ludmilla Bartscht
Oliver Dorfer
elffriede.aufzeichnensysteme
Alfred Grubbauer
Daniela Pesendorfer
Birgit Petri
Christoph Raffetseder
Klaus Scheuringer
Karo Szmit

Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 20. November 2013 um 19 Uhr

ein erzählerisches moment

1913 erfolgte die Trennung des MAERZ vom Oberösterreichischen Kunstverein, zum 100-jährigen Jubiläum der Künstlervereinigung MAERZ stellen Künstlerinnen und Künstler beider Vereinigungen wieder einmal gemeinsam aus.

www.arminandraschko.at
www.ludmilla-bartscht.de
www.oliverdorfer.com
www.elffriede.net
www.alfredgrubbauer.at
www.daniela_pesendorfer.public1.linz.at
www.birgitpetri.tumblr.com
www.raffetseder.at
www.klausscheuringer.com
www.karoszmit.blogspot.com

 

Frank Bayh & Steff Rosenberger-Ochs, Erster Preis
Stanislaw Chomicki, Preis
Nadia Pugliese, Preis

Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 16.Oktober 2013 um 19 Uhr

Im Brennpunkt  |  Focus of Attention
architekturbild. Europäischer Architekturfotografie-Preis 2013

Das Thema des zehnten Europäischen Architekturfotografie- Preises "Im Brennpunkt | Focus of Attention" wurde sehr vielfältig und vielschichtig interpretiert. Die Wettbewerbsteilnehmer haben zu kulturellen, gesellschaftlichen, politischen Ereignissen, aber auch zu städtebaulichen Entwicklungen mit der Kamera Stellung bezogen. Unter den Beiträgen von 175 Teilnehmern aus aller Welt wählte die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Peter Bial- obrzeski 28 Bildserien aus, gezeigt wurden diese im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main. Die sechs preisgekrönten und ausgezeichneten Fotoserien kommen nach einer Ausstellung in Curitiba / Brasilien und Bochum / Deutschland nun in den Oberösterreichischen Kunstverein.

Dieses Projekt wird gemeinsam mit architekturbild e.v. veranstaltet.
www.architekturbild-ev.de

Johannes Domenig, Tischinstallation, 2013
Johannes Domenig, Objekt, 2013
Helmut Wimmer, Ausschnitt / Fotografie, 2013
Helmut Wimmer, Swimmingpool, Fotografie, 2013

Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 11. September 2013 um 19 Uhr

SEE YOU TOMORROW ?

Johannes Domenig, Objektkunst

Die Arbeiten von Johannes Domenig werden, allgemein formuliert, mit den Termini "Assemblage" und "Objet trouvé " begrifflich fassbar. Auch ein Hinweis auf Werke des neuen Realismus der 1960er Jahre, die Künstler wie Daniel Spoerri und Fernandez Arman hervorgebracht haben, führt in die stilistische Nähe Johannes Domenigs. Domenig richtet ästhetisch motivierte Fragen an die aus dem Alltag entnommenen Dinge und erarbeitet eine individuelle Ordnungssystematik, deren Vorbilder zum Teil in der Natur liegen: die Reihungen der Bäume, die Schichtungen der Steine, die Organisation von Schneekristallen. Allem ist eine bestimmte Ordnung, eine höhere Gesetzlichkeit zu eigen. Die Welt zu ordnen ist ein Urmythos, ist der Urmythos vom Schöpfungsprozess. ln der Bibel findet man gleich zu Beginn jene Entsprechung:
Textauszug: ÜBER DAS SCHÖNE, Dr. Brigitte Reutner, Lentos Kunstmuseum

Helmut Wimmer, Photographie

Wir sind da. Aber wo sind wir? Der Mensch versucht, sein Verlangen nach einem Hier und Jetzt genauso zu stillen, wie jene Lust, die sich auf ein vorgestelltes. Phantasiertes Hier und Jetzt bezieht. In manchen Augenblicken fallen solche realen und irrealen Gegenwarten zusammen, werden für einen verschwindend kurzen Moment sichtbar und hinterlassen im Bild ihre Spuren als Abdruck eines vergangenen, zufällig vorhandenen Lichts. Dabei scheinen das Bedeutsame und das Unbedeutende eines Geschehens oder eines Orts zusammenzufallen und befreien für diesen Moment die Gegenwart von einer allgemeinen Erfahrung. Ausgangspunkt meiner Arbeit ist der real-dokumentarische Moment, der diese Realität ins Schwanken bringt. In spontan vorgefundenen Sujets urbaner Regionen versuche ich diesem Gedanken auf die Spur zu kommen. Die Abwesenheit des Menschen und seine Anwesenheit werden dabei in ein Spannungsfeld gesetzt. Die Vorstellung von einem Raum steht oft in einer diametralen Verbindung zu Menschen, die sich darin befinden. In manchen Szenen manifestiert sich die Zeit, indem sie zu einem fast unwirklichen Moment dermaßen angehalten scheint, als wäre in dem Geschehen selbst etwas zum Stillstand gekommen.

www.helmutwimmer.net

Anna Maria Brandstätter, 2013
Jörn Gerstenberg, Klausur, 2013
Verena Schönhofer, Wunderding, 2013
Martin Staufner, Die süße Seite, 2013

Ausstellungseröffnung im Kubinhaus / Zwickledt: Freitag, 12. Juli 2013 im 19 Uhr

Vage Geschichten über das Los eines Schwierigen

Bei dieser Ausstellung geht es um den Einfluss eines Künstlers auf seine Lebens- und Arbeitsumgebung bzw. umgekehrt. Alfred Kubin wählte, nachdem er von München nach Zwickledt zog einen sehr speziellen Ort für sein neues Lebens- und Arbeitszentrum. Ein Gebäude, das wie ein kleines Schloss oder eine Kirche, auf einer Anhöhe thront.

Vier KünstlerInnen und zwei Autoren haben sich auf diese Situation eingelassen.
Die KünstlerInnen haben mittels Zeichnung, Malerei, Installation und Photographien ein Statement gesetzt und die beiden Autoren der Grazer AutorInnen Versammlung Hermann Knapp und Herbert Christian Stöger haben wiederum darauf textlich reagiert.

Anna Maria Brandstätter's (St.Nikola / Donau) Bilder erscheinen wie wellenförmig pelzige Flächen die durchaus in Verbindung mit der Donau stehen können. Großflächig abstrakte Malerei sowie auch Druckgraphik gehören zu ihrem Oeuvre.

Jörn Gerstenberg (Berlin) beschäftigt sich vornehmlich mit Architekturdarstellungen, die er dann in PVC-Fußbodenbeläge schneidet und drucken läßt. Bei seiner vorliegenden Arbeit hat er sich auch figürlich mit dem Thema auseinandergesetzt, was in seinem bisherigen Werk nur punktuell vorkam.

Verena Schönhofer (Passau) arbeitet in verschiedenen Medien. Bezugnehmend auf dieses Projekt hat sich Alltägliches - mögliche Fundstücke von Kubins Dachboden - zu merkwürdigen Arrangements zusammengefügt, als hängende Installation im Raum.

Martin Staufner (Linz) hat diverse Einladungskarten, die in Zusammenhang mit Kubin stehen, für Übermalungen genutzt. Sein bisheriges Werk ist ebenso malerisch wie zeichnerisch mit textlichen Eingriffen skizzenbuchartig geprägt.

Idee / Konzept: Herbert Christian Stöger

www.brandstaetter.heimat.eu
www.artcuts.de
www.verena-schoenhofer.de
www.staufner.at
www.herbstlich.mur.at
www.hermann-knapp.at

 

Tone Fink
Adnan Popovic
Thomas Renoldner
Nina Rike Springer
Thomas Steiner
Zsuzsanna Werner

Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 5. Juni 2013 um 19 Uhr

The Way to M   Animationsfilm - Bildende Kunst.

Die Ausstellung soll die Schnittstelle zwischen Bildender Kunst und Animationsfilm ausloten. Es wird die Bandbreite der Positionen gezeigt, die im Österreichischen Animationsfilm aktuell wahrgenommen werden. Dabei werden die unterschiedlichsten künstlerischen Medien zum Einsatz kommen. Der Bogen der Arbeiten spannt sich von Plastik über Zeichnung, Fotografie bis zur Installation. Die Auswahl der sechs Teilnehmer geschah einerseits nach künstlerischen Kriterien, andererseits wurde auch auf eine altersmäßig interessante Mischung wert gelegt. Also drei junge und drei ältere KünstlerInnen.

Idee / Konzept: Thomas Steiner

www.tonefink.at
www.facebook.com/pages/Adnan-Popovi%C4%87/352132341527314
www.thomasrenoldner.at
www.ninaspringer.com
www.thomassteiner.com
www.werzus.com



 

Renate Christin, Steine aus Salzburg
Helga Gasser, room to exist
Johann Jascha, Griff ins Ich, 1975 / 2013
Gian Piero Manca, Confessionale, 2009
Antonio Manfredi, The Art of Corruption project
Qing Yue, Arising from Ashes
Gloria Zoitl, Die Eingeschlossenen

Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 24. April 2013 um 19 Uhr

Safir ein europäisches netzwerk

Die Gruppe SAFIR (SAlzburg, FIrenze, REgensburg) feierte 2006 ihr 10-jähriges Jubiläum. 1996 begann ein aktiver Austausch an Projekten und Ausstellungen in den verschiedensten Ländern Europas. Es entwickelte sich in diesen Jahren ein Netzwerk an Eigeninitiativen europäischer KünstlerInnen.
Es ist eine freie Gruppierung, in der KünstlerInnen aus den verschiedensten europäischen Ländern mit neuen Initiativen immer wieder dazukommen, jeder versucht in seiner Stadt etwas für die Gruppe zu organisieren. Die Gruppe begann mit dem 'Gemeinsamen Haus Europa', das in Salzburg, Florenz und Regensburg gleichzeitig aufgestellt wurde, die Kontakte und Aktivitäten haben sich aber in der Zwischenzeit auf viele andere Städte ausgebreitet.
Es gab regelmäßige KünstlerInnen-Symposien vor allem in Salzburg, Regensburg und Triest, aber auch in Slowenien, Kroatien und Spanien. Die Zentrale Aufgabe von SAFIR ist der Kulturaustausch. Beim Projekt im Oberösterreichischen Kunstverein 2013 soll wieder dieses gemeinsame Europa thematisiert werden.

www.renatechristin.de
www.helgagasser.at
www.jascha.at
www.antoniomanfrediart.com
www.qingyue.info

Jay Wright, Skip James
David Biskup, Yuri
Jul Gordon, Wildwestmann

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 21. März 2013 um 17 Uhr (Welcome)

Eröffnung im Rahmen des Nextcomic Festivals goes Music 21.3. - 28.3.2013

In dieser Gruppenausstellung werden neue Positionen von jungen ZeichnerInnen vorgestellt. Der englische Illustrator und Comiczeichner Jay Wright veröffentlichte bereits für NY Times, Penguin Books, Bloomberg, etc. und wurde für sein vor Charme übersprühendes Kinderbuch/Comic 'The Lonely Matador' mit dem Macmillan Children's Booke Prize ausgezeichnet. Wright wird Bilder und Skulpturen zum Blues Musiker Skip James zeigen. Der ebenfalls aus Bristol kommende David Biskup wird eine Geschichte von einem Musiker in Osteuropa ('Yuri') vorstellen. Mit seinem feinen Gespür für trockenen Humor britischer Prägung begeistert er schon länger mit seinen Comic-Heften. Die Hamburger Illustratorin und Comiczeichnerin Jul Gordon studierte bei Anke Feuchtenberger und ATAK, ihre Diplomarbeit, 'Candie Coloured Clown' erschien im Mami Verlag, seither Comics in Orang, Internazionale, Strapazin, uvm.

Jul Gorden wird auch am Sonntag, 24. März 2013 ab 14.30 Uhr einen Vortrag zur Anthologie 'Orang: Heavy Metal' (Reprodukt) im Ursulinensall halten, ebenso wie David Biskup ab 16 Uhr.

www.jaywrightillustration.com
www.davidbiskupillustration.com
www.juliagordon.de
www.nextcomic.org

 

Christian Eder, O.T., 2012, Acryl / Leinwand
Peter Paszkiewicz, Basalt / Steinskulptur

Eröffnung der Ausstellung: 16. Jänner 2013 um 19 Uhr

das schönste Grau hat auch ein Blau

Ein Gemeinsames dieser Präsentation zeigt sich im farblichen Grundton, deshalb auch der Titel das schönste Grau hat auch ein Blau. Es handelt sich um jenes Taubengrau wie wir es vom Gefieder der Felsentauben kennen.

Das Vorhaben beider Beteiligten, Christian Eder wie auch Peter Paszkiewicz ist konsequent abstrakt und in vitaler Weise der Geometrie verbunden. Vital weil es aus sinnlicher Lebendigkeit rührt. Ein sinnlicher Konstruktivismus?

Genau genommen wäre das ein Widerspruch denn Konstruktivismus vermeidet Sinnlichkeit, wenngleich diese dem Menschen unleugbar eigen ist.
Was sich wiederum wie ein Paradoxon ausnimmt.

Klar ist, dass aktuelle Kunst auf ideologische Vorstellungen keine Rücksicht nehmen kann, definiert sich doch aus dem Stand von Jetzt ein Zeitdokument.
Diese Präsentation ist insofern konsequent gegenwärtig, was auch den Ambitionen des Oberösterreichischen Kunstvereins entspricht, der sich in seiner Ausstellungsstrategie auf Gegenwart und deren Definition beruft.

Dank der Begleitung dieses Ausstellungsprojektes durch die Kuratorin und Kunstvermittlerin Lydia Altmann die mit der Fritz-Fröhlich-Sammlung betraut ist, erfährt Fläche und Raum eine entschiedene und achtsame Deutung.

Mit didaktischem Gespür vermittelt sie das Werk über eine sprachliche Parallelgestaltung und schafft so ein Einstiegsszenario für den interessierten Betrachter.

Collage E. Czihak Abb. aus: Eckstein, K.: Die Schmetterlinge Deutschlands, Stuttgart 1915-23

Eröffnung der Mitgliederausstellung: 21. November 2012 um 19 Uhr

Cocooning
oder: Trautes Heim, Glück allein?

Der englische Begriff Cocooning bedeutet eigentlich das Verpuppen von Insekten in Kokons. Er wird aber außerdem seit den 80er-Jahren im Fachjargon von Trendforschern verwendet und bezeichnet eine Tendenz zum Rückzug aus der Zivilgesellschaft und dem öffentlichen Leben in das häusliche Privatleben.
Angesichts einer (anscheinend) immer komplizierter werdenden Welt scheint dieser Rückzug eine Möglichkeit zu sein, durch das Festlegen eigener Grenzen des Interesses und der Wahrnehmung ein überschaubares Territorium innerhalb der eigenen 'vier Wände' zu schaffen und den Lebensmittelpunkt verstärkt auf dieses zu konzentrieren. Cocooning beinhaltet aber auch das Schrumpfen des eigenen Verantwortungshorizonts und eine gewisse Gleichgültigkeit, die in der jetzigen, hoch individualisierten Gesellschaft um sich greift.
Das große Ganze wird hingenommen, im Kleinen sucht man sein Glück.

Ist Cocooning Realität? Ist es eine (Er-)Lösung? Oder ist es lediglich unerfüllbare Sehnsucht? ...

elffriede.a _iglu, plueschow 2011
elffriede.a _
elffriede.a _

Eröffnungen der Ausstellung: 17. Oktober 2012 um 19 Uhr leere + / - hülle
        31. Oktober 2012 um 19 Uhr leere + / - fülle

leere (in) hülle +/- fülle  eine raumeinpflegung (installation in progress) von elffriede.aufzeichnensysteme*

durch die leere hat das nichts** die höchste ordnung. elffriede, ein aufzeichnensystem, bringt sie auf den punkt.

ein in sich verschachteltes system wird ausgeschachtelt. es wird sich alles zeigen. sofern es erkannt wird. die zeichnung zeigt die richtung - der rest ist sprache: die luftblasen eines karpfens können keinen brand legen. (elffriede, schrei zum hummel).ein konzept, dessen wesentlicher fokus, sowohl zeitlich als auch inhaltlich, auf dem aufbau / der formierung liegt, in dem die künstlerin als figur und verkörperung ihres werkes (elffriede.aufzeichnensysteme) präsent + ansprechbar ist + konzentriert arbeitet: 2 wochen lang, mit einem anfang und einem ende, einem vorher und nachher, zwischen dem sich veränderung + entwicklung rezipierbar thematisiert, in dem zwei kontrastive haltungen gegeneinander antreten: zeichnerische + sprachliche reduktion versus deren räumliche ausbreitung.

ein werk, eine kommunikation von bildender kunst und literatur - zeichnungen, zeichnen und schreiben, sprache als aufzeichnung/text, als bezugssystem, eine strukturfindung, eine anordnung, eine raumeinpflegung, eine baustelle.

die inszenierung einer materialverarbeitung: elffriede, ein aufzeichnensystem, eine ausgeprägte randfigur, nimmt kontur an und löst sich auf: was tun mit dem nachlass, zig reduktionen, schon zu lebzeiten? ordnen und aufbereiten. elffriede - eine formanalyse, massstabsgetreu inventarisiert. all die themen hier, aber welche? grübel grübel. ein bezugssystem finden, bevor die frist verstreicht...eröffnet manigfaltige möglichkeiten. bei qualitätsgleichheit entscheidet das los. momentan geht's um folgendes: fuss fassen.

zig zeichnerisch-sprachliche reduktionen, kurz: das prinzip elffriede, erfahren in einem konzentrierten verarbeitungsprozess ihre zerlegung, anordnung und formung zu einem (räumlichen) bezugssystem, das sie von jeher darstellen. es finden + zum sprechen bringen ist die anforderung. stellt sich für bruchteile von sekunden klarheit ein, enthüllt sich die fülle, verkörpert im prinzip elffriede, während elffriede im prinzip leer bleibt.

zur sprache bringen, komponieren: zig reduktionen in rauhen mengen: fein, exakt, präzise, gewitzt anordnen, bauen, inszenieren.

das sichten, untersuchen und ordnen von material ist notwendig, um es dann mal so stehen zu lassen und wegzugehen. sich in aller ruhe seiner arbeit zuwenden, widmen.

sich sammeln, sichten, ordnen, stabilisieren. gestalt annehmen. so stehen lassen. weggehen. das hat stil. das hat takt.

Harmonika, 2008, Eisenplastik
Gemischtes Knäuel, 2011, Eisenplastik

Eröffnung der Ausstellung: 12. September 2012 um 19 Uhr

EISEN://ZEIT

Was hat geschmiedete Eisenplastik mit Zeitwahrnehmung zu tun ?

Gabriele Kutschera´s Medium ist die Schmiedetechnik . Dieses Tun thematisiert und transportiert für per se die Grundvoraussetzungen für das - in Beziehung treten. Durch rhythmisches Weichmachen ( sich öffnen ) und Härten ( sich abgrenzen ) wird Form gewonnen.
Die Form entsteht nicht durch Hinzufügen oder Abtragen von Material sondern erfolgt durch Umwandlung, " Querschnittveränderung ". Das Gelingen der Form, mit der Beziehung hergestellt werden soll, mit der das Innen mit dem Außen verknüpfen wird, ist abhängig von der Wahl des Materials und vom Einhalten des rechten Rhythmus . Tatsache ist, dass Material und Handwerkstechnik (=Tun) die rechte Weise vorgeben, sich das Tun also entlang einer immanenten Linie bewegt, Formfindung = Wesensbildung = Charakterbildung erfolgt durch Weichmachen und Härten, Sich - öffnen und Abgrenzen, Aus- und Einatmen unter Einhaltung des rechten Rhythmus.

Die Übereinstimmung von innerem Erkennen und äußerem Tun erscheint in keinem anderen Medium so augenfällig. Es geht nicht um die Erfindung von Formen sondern vielmehr um das Sichtbarmachen dieser Übereinstimmung . Überlegungen über die Entstehung von Form und das Wesen von Materie und Tun stehen in Bezug zu einander.

Lineare Zeitwahrnehmung ist gekennzeichnet durch ANFANG - DAUER - ENDE. Das Kriterium der linearen Zeitwahrnehmung ist die rhythmische Wiederholung gleichartiger Prozesse ( Tag / Nacht , Ausatmen / Einatmen , Herzschlag etc. ) Durch Rhythmus bilden sich Zeitabschnitte.
Diese Rhythmen sind noch weitgehend einer subjektiven Wahrnehmung zugeordnet - man spricht von " Eigenzeit - erfahrung ".
Mit Erfindung der mechanischen Uhr ( ca . 10 . Jhd . ) wird der Rhythmus vom Takt der in einander greifender Zahnräder und somit vom physisch / subjektiv erfahrenen Rhythmus abgelöst : Zeiterfahrung wird an die Maschine - ein subtiles Räderwerk - ausgelagert und somit objektiviert . Mit der Entwicklung mittelalterlicher Städte wird das Messen und Wiegen zur Notwendigkeit in der Bewältigung alltäglicher Verrichtungen .

Die gezeichnete Linie ist die unendlich dichte Aneinanderreihung von Punkten - Momenten - die durch ihre Verbindung so etwas wie Dauer vermitteln kann.
In den letzten Jahren hat Kutschera unterschiedliche Zeitspannen wie Bahnreisen, Vorlesungen, Lesungen, Radiosendungen, Musik etc . auf WC-papierrollen und Kassastreifen jeweils mit Anfang, Dauer und Ende linear dokumentiert. Das Spiel heißt : Eigenzeit - erfahrung gegen die Vorgaben der mechanischen Zeitmessung.

Das unterschiedliches Aussehen der gezeichneten Linien ergibt sich aus verschiedensten Impulsen,- auch aus Lust und Laune.
Die geschmiedeten Zeitlinien repräsentieren den material - und handwerkstechnisch immanenten, rhythmischen Vorgang des Weichmachens ( Glühens ) und Härtens(Hammerschläge) als Form der Gestaltgebung.

www.atelier-kutschera.at

Ausstellungsansicht Detail I
Ausstelllungsansicht Detail II
Reinhard Adlmannseder, Ton, 2012
Fritz Radlwimmer, Wandrelief, Steinzeug

Ausstellungseröffnung im Kubinhaus / Zwickledt: 7. September 2012 um 19 Uhr

TONPAPIERTON  
Dokumente einer Begegnung

Ausgehend von der Präsenz zweier individueller künstlerischer Positionen wird ein gemeinsamer Prozess der Annäherung über einen längeren Zeitraum angestrebt. Dabei wird versucht, das Potential der verwendeten Materialien Papier und Ton sowie deren Verbindungsmöglichkeiten auszuloten. Wo liegen inhaltliche Verknüpfungspunkte zu den Themen Mensch, Architektur, Schrift, Information, Zeitgeschehen usw. Sind diese beiden Materialien und Kunstpositionen beziehungsfähig? Wo liegt das Gemeinsame, wo das Trennende, wo die Resultierende?

Reinhard Adlmannseder

zeigt eine grafische Serie zur Cartiera in Dueville, wo einst Papier hergestellt wurde, arbeitet mit Papierschnitten zum Thema Venedig, baut Objekte zum Thema Be-&Entkleidung, stellt das Leichte und Transparente dem Ton gegenüber, assoziiert auch Ton als akustisches Phänomen, schafft Oberflächenstrukturen und Dreidimensionalität in vielfältigen Facetten und lässt sich intensiv auf einen Dialog mit beiden Werkstoffe ein. 

Fritz Radlwimmer

zeigt Reliefs aus Steinzeug, welches mit Papierfasern aus Tageszeitungen versetzt ist. Die Fasern dienen zur Stabilisierung der rohen Platten, stehen aber auch zugleich inhaltlich in Verbindung mit dem vormals aufgedruckten Text und der Werkaussage. So sind z.B. im Fukushima-Zyklus Fasern aus Berichten über die Katastrophe zu Asche verbrannt und in der Masse zu Glas verschmolzen. Papierdünne Tonplatten (verstärkt mit Fasern von Börseseiten) sind zu "Börsefliegern" gefaltet, welche fluguntauglich von der Decke hängen. Die Serie "karton-age" nimmt Bezug auf die Omnipräsenz dieses Materials. Einige der Reliefs werden auch zu Bildträgern für beide Künstler.

www.radlwimmer.at

 

Beni Altmüller, Fragmentierte Bäume, 2011
Stefan Sakic, Rhythm of Nature, Japan 2007
Heike Schäfer, Händl 2, 2007

Eröffnung der Ausstellung: 6. Juni 2012 um 19 Uhr

Biomorphe Simulationen
Ende der Gewissheiten

Seit eh und je versuchen wir die Entwicklungsmatrix lebender Organismen zu entschlüsseln. Dabei spielen naturwissenschaftliche Praktiken wie Fragmentierung, Kausalität, Mathematik, Empirie eine zentrale Rolle. Allerdings werfen diese Methoden Fragen auf, die mit denselben Verfahren nicht zu beantworten sind. Am Ende der Gewissheiten kann künstlerisches Denken neue Einsichten in die Entwicklungssystemtheorie implizieren. Das sinnliche Erkennen von Materie, Objekten, Sichtbarem unterscheidet sich vom reinen Rechnen und von der bloßen Verstandestätigkeit. Fühlbares ist nicht selten indirekt und verschnörkelt. Es weicht vom sachbezogenen, linearen Denken ab, lässt sich nicht erzwingen oder beliebig beschleunigen und eröffnet somit ein besonderes Raum-Zeit-Gefühl. Im schöpferischen Prozess, in dem Kontemplation und Produktion vereint sind, simulieren Künstler biomorphe Formen. Mit diesem kreativen Tun entstehen unerwartete Denkrichtungen, die von Naturwissenschaftlern weiter verfolgt und überprüft werden können. So entsteht ein heuristischer Nutzen für die Erforschung der Antriebskräfte in den Organismen. In den Artefakten offenbart sich eine Art melancholische Vergeblichkeit über eine endgültigen Dechiffrierung unseres Daseins, aber auch ein maßloses Staunen über das Wunder des Lebens.

Eröffnung der Schaufenstergalerie: 4. Juli 2012 um 19 Uhr
zu Biomorphe Simulationen

anschließend 'biomorphe Speisenkreationen' von Dr.K.H. aus der kantinestrauss

http://de.wikipedia.org/wiki/Altmüller
www.stefansakic.eu

Georgiea Creimer
Elisabeth Czihak
Petra Egg
Julie Hayward
Martin Osterider

Eröffnung der Ausstellung: 18. April 2012 um 19 Uhr

[glimps]
found stories

Einzelne Fotoarbeiten und eine Videoarbeit der fünf beteiligten KünstlerInnen werden durch eine bestimmte Art der Installation zu Teilen eines Gefüges, das in seiner Gesamtheit eine neue "Geschichte" erzählt. Die Aussage der Fotoarbeiten ergibt in der speziellen Anordnung und Kombination eine Lesbarkeit, die neue inhaltliche Aspekte eröffnet und Bedeutungsebenen verschiebt.
Das Resultat ist mehr als die Addition von Einzelbildern: Die Konzentration auf ein einzelnes Werk oder eine Werkserie - so auch auf die Autorenschaft - ist aufgebrochen. Der Blick wird vom einzelnen Motiv abgelenkt und umgelenkt in eine neue Bahn, welcher der Verstand zu folgen versucht. Es gibt keine feste Regel der Interpretation, jede gesehene "Geschichte" wird zu einer ganz persönlichen des jeweiligen Betrachters.
Kurz, flüchtig, zufällig ist der Blick - the glimpse1 -, den die fünf in Wien lebenden KünstlerInnen auf Übersehenes oder wenig Sichtbares werfen: Himmelstücke, Lufträume, Fenster, Angeschwemmtes, Nebenschauplätze. Warum dieser flüchtige Blick auf fast nichts? Vielleicht weil es schon ein Grundzug der Fotografie ist, von immateriellen Gegebenheiten bestimmt zu sein? Oder weil die "bedeutenden" Motive besser in den Illustrierten aufgehoben sind? 

Ein flüchtiger Blick war auslösend, aber längeres Schauen gibt die Besonderheit des Augenblicks preis.
Ruth Horak, 2010

 

1 glimpse I. s. 1. flüchtiger Blick; II. v. 2. beginnen, etwas zu verstehen.


www.georgiacreimer.com
www.czihak.at
www.petraegg.at
www.juliehayward.com

Reinhard Adlmannseder, am Schafott, 2012
Eva Bosch, Der letzte Akt, 1985/2011
Gerda Geretschläger, Eine Frage der Zeit, 2010
Gabriele Gruber-Gisler, Schmerzensfrau, 2009
Monika Migl-Frühling, Nacht, 2012
Margit Nobis, Ignatius von Loyola II, 2011
Manfred Zörner, Die 16 hingerichteten Karmelitinnen, 2012

Samstag, 24. März 2012 um 18 Uhr

Eröffnung der Ausstellung im Landestheater Linz zu

Gespräche der Karmelitinnen von Francis Poulenc
Oper in drei Akten


Reinhard Adlmannseder 
am Schafott 
le sortie

Eva Bosch
Liberté - Fraternité - Egalité
Zu jeder Zeit geraten Individuen in Bedrängnis oder sind massiver Gewalt ausgesetzt durch den Lauf der Geschichte und politischer Umwälzungen. Zu jeder Zeit war und ist der Wunsch nach persönlichem Lebensglück für alle Mengen gleichzeitig eine offenbar unerfüllbare Hoffnung.

Gerda Geretschläger
Lebensbahnen - unterschiedlich lang, alle individuell, doch einander ähnlich, in Struktur und Ausrichtung beinahe gleich, mit einem glatten Schnitt am Ende. Auch gemeinsam tragen sie das Zeichen der Begrenzung. Ein Verlauf umschließt mit seiner Linie die Abstraktion des Nichts, solange diese Vorstellung sich nicht konkretisiert. Erst die Verwirklichung, löscht das Symbol mit dessen Sinn - und das bedeutet Alles für den Einzelnen - das gilt schließlich für jeden Lebenslauf.

Gabriele Gruber-Gisler
Schmerzensfrau ist das weibliche Äquivalent zum bekannten kunstgeschichtlichen Motiv des "Schmerzensmannes" in der christlichen Ikonografie. Es erzählt also die Geschichte der Gewalt gegen Frauen, und zur Veranschaulichung dieser Thematik wählte ich das gestalterische (barocke) Thema der roten Blutstropfen auf weißem Grund. Die rhythmischen Durchbrechungen der Membran (weißer Stoff) verweisen auch auf die Verleugnung der weiblichen Geschichte, ob es sich nun um alltägliche oder frühere Märtyrerinnen handelt, oder um die Tatsache, dass selbst ein Gottessohn zuallererst von einer Frau (mit Schmerzen) geboren werden musste, um auf die Welt zu gelangen. Klopfzeichen sind Signale, die hinter einer Wand oder Membran verborgen, davor aber akustisch wahrnehmbar sind. Das können Hilferufe sein, oder angewandte Suchmechanismen, bei denen der Klang als Echolotparameter funktioniert. Hier ist es ein Tuch, das das Davor vom Dahinter trennt und dessen augenscheinliche Durchbrechung die extremste Form des Anklopfens darstellt und diese zugleich aufhebt. Ein Klopfzeichen ist aber auch im erweiterten Sinn jede Art von Rhythmik.

Monika Migl - Frühling
Nacht 
... sie (die Welt) findet die Möglichkeit, in jede Nacht gläubig einzutreten als eben nicht mehr ihre eigene Nacht, sondern als die Nacht Gottes ... Gertrud von le Fort

Margit Nobis 
Die Arbeiten thematisieren unterschiedliche Herrschaftsformen und deren Repräsentationskultur - von Hochadel und Klerus bis zum herablassenden Gestus der heutigen Oberschichten. Aber auch die ureigenen Problemstellungen aktueller Machtsystemen sowie inwendig-repressive Forderungen historischer Fürstenhäusern, den herrschaftlichen Ansprüchen Genüge zu leisten, zeigen isolierte Menschen und intime wie angespannte "Momentaufnahmen". Abstrakte Elemente in der Bildkomposition und die Art der Werkpräsentation demonstrieren dabei die ehrgeizige und zugleich dekadente Exzentrik der "Protagonisten".

Manfred Zörner
Die 16 hingerichteten KarmelitinnenDie Arbeit zeigt die 16 Karmelitinnen die nur 10 Tage vor Aussetzung aller Todesurteile in Paris hingerichtet wurden. Blanche folgt den 16 Nonnen Die Arbeit zeigt Blanche, die ihrer neurotischen Angst und auch ihrer Familie entkommen will, sie folgt den Nonnen den Tod.

SPRING#2
SPRING#3
SPRING#4
SPRING#5
SPRING#6
SPRING#7
SPRING#8

Eröffnung der Ausstellung: 7. März 2012 um 19 Uhr

Best of SPRING im Rahmen von NEXTCOMIC 2012

 

Seit 2004 nimmt eine Gruppe von selbstständigen Bilderzählerinnen einmal jährlich die Gestaltung, Umsetzung und Präsentation ihrer freien Arbeiten selbst in die Hand und eroberte sich damit einen Raum für experimentelles Bilderzählen: Spring!

Spring ist ein Zeichnerinnen-Magazin, das Ungewöhnliches zwischen Comic, Illustration und Kunst bündelt.
Die Zeichnerinnen befassen sich jedes Jahr mit einem selbstgewählten Thema und setzen dieses auf die unterschiedlichsten Weisen, grafisch und erzählerisch auf stets hohem Niveau um. Hier trifft Comiczeichnung auf Holzschnitt, gemalte Collagen auf Hinterglasmalerei.

In der aktuellen Spring Ausgabe 'Familiensilber' wurden Erinnerungen, Geschichten und Geheimnisse in allen Farben zum Leben erweckt. Insgesamt haben bereits 22 Zeichnerinnen ihr Können zu den Themen Nachstellungen, Wandlungen, Special Places, Garten Eden, Alter Ego, Verbrechen und Happy Ending gezeigt.

CHRISTOPH HAAS, Süddeutsche Zeitung: 'Comic-Zeichnerinnen sind im deutschsprachigen Raum längst keine weißen Raben mehr; sie beanspruchen immer selbstbewusster und selbstverständlicher einen Platz neben ihren männlichen Kollegen. Das zeigt sich auch in der Anthologie 'Spring', die ausschließlich von Frauen herausgegeben und gestaltet wird. Seit acht Jahren gibt es pünktlich im Sommer eine neue Nummer, und der Schwung, der dieses Unternehmen beseelt, ist im Laufe der Zeit nicht weniger geworden. Im Gegenteil: Bislang hat jede Ausgabe die vorherige übertroffen.'

Im OÖ Kunstverein präsentiert Spring nun das BEST OF aus der aktuellen und den vorherigen Ausgaben.
www.springmagazin.blogspot.com

 

Lorenz Estermann, Kiosk, 2005/2006
Lorenz Estermann, Harrys Home II, 2011
Florian Froese-Peeck, Buddy, 2011
Franz Höfner, Utrechter Hütter, 2001
Alexander Jöchl, Displaced- 51 Briefe, 2007
Kristiane Petersmann, Hundehütte, 2009
Birgit Petri, Wenn Berg und Tal sich trennen, 2012
Esther Strauß, Habedijeri, 2012

Eröffnung der Ausstellung: 18. Jänner 2012 um 19 Uhr

BLEIBE

Lorenz Estermann
Mitglied OÖ Kunstverein

Aus einfachsten Materialien schafft Lorenz Estermann seine Kunst. Bizarr wirken seine Modelle in der Einsamkeit der Natur. Mit Humor übt er Kritik an den großen Utopien der Moderne und setzt Hochhäuser, Wartehäuschen und Springtürme gekonnt in Szene. Die Motive und Themen seiner Arbeiten entdeckt er bei seinen Fotorecherchen, die den Künstler unter anderem in die Vororte und Industriegebiete Mittel- und Osteuropas mit ihren unterschiedlichen Architekturen und Baustilen führen. Seine Werke analysieren nicht nur die großen Utopien der Moderne kritisch und mit Humor, sondern sie schlagen auch den Bogen zur Pop Art und deren Auseinandersetzung mit den Produkten des Massenkonsums und Phänomenen der Alltagskultur.
www.lorenz-estermann.com

Florian Froese-Peeck / Deutschland
Artist in Residence Salzamt 2012

Wie eine überlebensgroße Mischung aus Taucheranzug und Unterseeboot liegt der Körper im Raum. Arme und Beine enden in großen, klauenartigen Manipulatoren. Eine Schutzhülle für andere Welten, wie im Schlaf, hilflos hingestreckt. An der Kopfseite befindet sich eine große Glaskuppel durch die der Betrachter in das Innere blicken kann. Während der Annäherung an das Objekt stellt sich irgendwann die Frage nach dem Inneren des Körpers. Ist er einfach nur hohl, befinden sich noch Spuren des darin befindlichen Wesens darin oder ist es sogar noch vorhanden. Der Blick ins Innere enttäuscht zunächst mit großer Leere, der Rumpf ist im Inneren ähnlich glatt wie die Außenhülle. Zwei Gegenstände am Boden beleben jedoch den Hohlkörper. Ein winziger Stuhl und daneben eine kleine leuchtende Straßenlaterne geben dem Raum durch Ihren Maßstab gigantische Dimensionen. Im Gegensatz zum überlebensgroßen Äußeren befindet sich im inneren eine verkleinerte Welt die nicht dazu fähig erscheint die Realität außerhalb zu erfassen oder sich des riesigen Körpers zu bedienen um ihn zum Leben zu erwecken. Der Stuhl bildet das Interieur, einen privaten Mittelpunkt welcher seinem Benutzer einen minimalen Teil persönlicher Kultur in dem riesigen Raum um ihn bietet. Im Gegensatz hierzu entstammt die Straßenlaterne welche die Szene beleuchtet aus dem öffentlichen Raum. Als nächtlicher Ersatz für das Licht der Sonne stellt sie ein existenzielles Symbol für den Erfolg des urbanisierten Lebens dar. Sie stellt einen der assoziativen Hauptträger für die Stadt der Moderne dar. Die beiden Einrichtungsgegenstände weisen über ihre funktionale Ebene hinaus. Sie bilden eine Symbiose zwischen der intimen und der öffentlichen Heimat des Bewohners, der von der Welt nichts zu wissen scheint von der ihn sein hermetischer Körper abschirmt.

Von der Wahrheit
Die Straßenbeleuchtung ist einer der assoziativen Hauptträger für die Zivilisation der Moderne. Als nächtlicher Ersatz für das Licht der Sonne stellt sie ein existenzielles Symbol für das urbanisierte Leben dar. Das Triptychon aus Leuchtkästen zeigt einen Menschen in einem symbiotischen Lebenszyklus mit einer Straßenlaterne. 

Zu sehen sind schnappschussartig festgehaltene Situationen in denen der Protagonist, an verschiedenen Orten, mit einer Straßenlaterne interagiert. Bei näherer Betrachtung erschließt sich eine chronologische Ordnung der Abbildungen.
www.bildhauerarbeiten.com

Franz Höfner
als Artist in Residence 2012 ins Salzamt eingeladen 

Auf dem Grundriss eines Wohnzimmers wird das Schrankwandensemble 'Modell Utrecht' zur Utrechter Hütte umgebaut. Das industriell gefertigte Stilmöbel wird in Handarbeit auseinandermontiert, zersägt und neu zu einem archaischen Wohnhaus mit profiliertem Fachwerk, Butzenscheiben und Schnitzornamentik  zusammengefügt. Die dekorative Gemütlichkeit und Solidität des Möbels wird in den von ihr suggerierten, archetypischen Urzustand einer rustikalen Behausung zurückgeführt. Nach seiner Umwandlung zeigt sich das zentrale Repräsentationsobjekt als kompaktes Möbelhaus. Im Zeitrafferloop sieht man den wiederkehrenden Kreislauf zwischen Hüttenarchitektur und Wohnzimmereinrichtung.
www.arte.tv/de/4147698

Alexander Jöchl
Atelier im Salzamt 2011/12

Im Zuge einer Ausstellung zum Thema Abschiebehaft (Schubhaft) in Österreich habe ich ein "Experiment" gestartet. Für mich als Künstler ist es immer spannend die bestehenden Konstruktionen zu "unterlaufen" und Fragen zu meiner eigenen Position in diesem Kontext zu stellen: Warum bin ich Österreicher? Fühle ich mich als ein solcher? Warum kann ich nicht eine andere Staatsbürgerschaft annehmen? Warum gibt es nicht mehrere Modelle ...? Im Jänner 2007 stellte ich an alle in Österreich vertretenen Botschaften (109) dasselbe Ansuchen um die jeweilige Staatsbürgerschaft / StaatsbürgerInnenschaft. An den 51 Antworten lassen sich exemplarisch die gegenwärtig durchgängigen Grundprinzipien zu deren Erwerb ablesen: Sprache, Aufenthalt im Land und die Notwendigkeit einer singulären Angehörigkeit.

 

Nigel Peake / Irland
Artist in Residence Salzamt

Nigel Peake ist Artist in Residence im Februar und März 2012 im Atelierhaus Salzamt. Er ist sowohl ein Bildender Künstler als auch Illustrator. Mit einem Hintergrund in Architektur schafft er Zeichnungen von alltäglichen Dingen, die ihn umgeben. Er führt ein ruhiges Leben (im ländlichen Nordirland), wo sein Interesse den Dingen gilt, die er auf seinen Spaziergängen sieht. Meist verbringt er seine Tage mit Auftragsarbeiten für renommierte Magazine und Unternehmen (zb Tate Gallery, Yahoo, Süddeutsche) oder eigenen Publikationen und Ausstellungsprojekten.
www.nigelpeake.com

 

Kristiane Petersmann
Mitglied OÖ Kunstverein

Hundehütte, 2009, zweiteilig Fragmente einer alten Hundehütte, schwefelgelbe Bretter, die lange Zeit der Witterung ausgesetzt waren. Die Grundform ist der Archetypus "Haus". Efeu und andere Kletterpflanzen haben Spuren auf dem Holz hinterlassen, den Lack zerfressen...Sie bilden den Ausgangspunkt für zarte, flüchtige Zeichnungen, blaugepaust auf die gelben Bretter. Gleich dem vegetativen Muster setzten sich die einzelnen Striche, Linien , Krakeleien zu verschwommenen Gedankenbildern zusammen, die dem Auge eine kurze Episode über Heim, Haus, Familie erzählen.
www.kulturformen.at

Birgit Petri
Mitglied OÖ Kunstverein 
Atelier im Salzamt 2010/11

Wenn Berg und Tal sich trennen, 2012, 20-teiliger Werkblock / Radierung / Zeichnung / Textblatt

Laut sagen:
Rindenmulch, und Steine. O. und J. Petrucci.
Sehr leise sagen: kleines Herz, Sidsel, das Kapuzenkleid.
In der Mitte stehen. Ins Eck tanzen.
Immer die Augen geschlossen. Immer offen.
Dann mit Wörtern jonglieren, sie dem Bild in die Hand legen, auf den Kopf legen, auf den Schuh.
In einem Ameisenhaufen hockend hinter-Glas-malen.
Dann eine Geschichte ritzen. 
www.birgitpetri.at

Esther Strauß
Atelier im Salzamt 2011/12

Kunst als Interaktion zu denken. Dementsprechend spielen sich viele meiner Arbeiten im öffentlichen Raum ab, wo sie ein Ereignis produzieren, das es Beteiligten ermöglicht "mitzuspielen". In diesem Zusammenhang möchte ich Humor und Absonderlichkeit als Waffe denken, um Gesellschaftsphänomenen im liebevollen Dialog auf den Zahn zu fühlen,- und um ein Gespräch in Form von Aktion, Text, Bild und Vorstellung anzuregen, das im öffentlichen Raum und der Galerie geführt werden kann.

Habedijeri!

Der dörfliche Gruß Habe die Ehre ging - mit Kindheitsohren erlauscht - als das verfremdete Fantasiegestrüpp Habedijeri in meinen Wortschatz ein. Heute kehrt es als Titel für den Ehrenamtsanzug zurück - einem Kleidungsstück, das mit Symbolen jener tatsächlichen und viel zu oft vermeintlichen Ehre besetzt ist, mit der ein Gutteil der künstlerischen Arbeit im Kunstbetrieb entlohnt wird. Welche Institutionen sind dergestalt, dass die Arbeit für sie und die Begegnung mit ihnen tatsächlich eine Ehre darstellt? Welche unmittelbare Gegenwart entsteht für KünstlerInnen als Neue Selbstständige durch das Ansparen von symbolischem Kapital, das vielleicht - und nur vielleicht - in einer mehr oder minder fernen Zukunft in Form von Geld ausgeschüttet wird? Bietet der white cube noch das politische Potential und die Bewegungsfreiheit, für deren Erhaltung sich der Einsatz unbezahlter Arbeit lohnt? Der Wunsch nach mehr Transparenz, nach mehr Gesprächen und nach anderen Haltung zum Thema Kunst und Geld ist für mich der Anlass, um den Ehrenamtsanzug als geheime Uniform der KünstlerInnen zu entwerfen und auf dieser Vernissage zu tragen. /// Esther Strauß
www.kunstraum.net

Reinhard Adlmannseder, Kalte Blicke, 2011

Eröffnung der Mitgliederausstellung: 23. November 2011 um 19 Uhr

Kälte

Kälte im Sinne von Abwesenheit von Wärme ist das Arbeitsthema der diesjährigen Mitgliederausstellung,
die von der Gastkuratorin Dr. Verena Traeger, Inuitspezialistin und Kunsthistorikerin, kuratiert wurde.

Kälte kann sowohl als innere wie als äußere Kälte als physische wie als psychische Kälte begriffen werden. Kälte kann      

mit meditativer Leere und schöpferischer Stille ebenso wie mit Gefühlskälte oder auch mit sozialer Kälte assoziiert werden.

Man kann die zwischenmenschliche Kälte wie auch die Kälte im Staat thematisieren oder sich der Schönheit von      

Eisformationen, Schneekristallen und verschneiten Winterlandschaften hingeben oder auch die Gefahren und Extremsituationen in kalten Klimazonen thematisieren.

Gerade im November, wenn die Ausstellung eröffnet wird, steht die kalte, stille und dunkle Jahreszeit vor der Tür.

Die Nächte werden länger, die Tage nebliger und die Luft wird immer kälter. Wasser gefriert zu Eis und sprengt so härteste Materialien. Die Natur entschleunigt sich selbst, in dem der Dauerfrost des Winters Flora und Fauna in Winterruhe versetzt.
Kälte kann in diesem Sinne auch als Urkraft und Ausnahmesituation und Eis, Schnee und Frost als die Dreifaltigkeit des Winters begriffen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alexander Glandien, Konspirative Räume, 2011
Christoph Holzeis, Schachtel#2, 2011
Sabine Jelinek, Stotternder Mond, 2009
Martin Bilinovac,Spiegel, 2011
Jakob Neulinger, Sovereign, 2010
Steffi Schöne, Portrait of a Couple, 2011

Ausstellungseröffnung: 12. Oktober 2011 um 19 Uhr - erster Teil
Ausstellungseröffnung: 02. November 2011 um 19 Uhr - zweiter Teil

Raum Fahrten

Die Annäherungen an den Raum sind vielfältig und erstrecken sich über nahezu alle Wissenschaftsbereiche, von den geometrischen Raumvorstellungen Euklides, über die physiklaischen Anschauungen eines universalen Raumes in seiner maximalen Ausdehnung, bis zu der topologischen Auffassung in den Sozialwissenschaften. Der künstlerischen Bearbeitung des Themas fällt dabei seit jeher eine Sonderrolle zu, da sie es wie keine andere Disziplin versteht sich dem Phänomen des Raumes auf einer unmittelbaren Erfahrungsebene zu nähern. Die Kunst lässt uns den Raum ganz direkt erleben, jenseits von theoretischen Konstruktionen, sie bearbeitet, formt, erschafft und zerstört den Raum, sie bildet ihn ab und dehnt ihn aus, sie befragt und simuliert den Raum, aber vor allem macht sie den Raum auf unterschiedlichste Weise greifbar.

Das gemeinschaftliche Ausstellungsprojekt "Raumfahrten" rückt mit seiner Annäherung an die Thematik des Raumes eine ganz elementare Erfahrung in den Betrachtungsmittelpunkt und verhandelt dessen Bedeutung, seine Form und seine Wahrnehmung auf eine neue Weise.Das Ziel des Projektes ist ein innovatives, formales und inhaltliches Befragen und Bearbeiten des Raumes, durch individuelle und vielschichtige künstlerische Zugangsweisen.

Die beteiligten Künstler Martin Bilinovac, Alexander Glandien, Christoph Holzeis, Sabine Jelinek, Jakob Neulinger und Steffi Schöne arbeiten mit sehr unterschiedlichen künstlerischen Medien und Zugangsweisen, wobei gerade diese verschiedenen Annäherungen an ein verbindendes Thema einen produktiven Diskurs zwischen den unterschiedlichen Positionen ermöglichen. Das experimentieren mit dem unmittelbaren Präsentationsraum ist ebenso Teil dieser künstlerischen Annäherung, wie die Konfrontation des realen mit dem fotografisch, reproduzierten Raum, die Rematerialisierung des virtuellen Raumes, als auch die malerische Entlarvung des eigenen Illusionsraumes.
Alle beteiligten KünstlerInnen lehren an der Kunstuniversität Linz.

Alexander Glandien

www.glandienale.de
www.Christophholzeis.com
www.sabinejelinek.at
www.artnews.org/artist.php?i=1005
www.jakobneulinger.com
www.magazinvienna.com
www.vonhektor.com

 

 

Rudi Molacek
Ingo Nussbaumer working_shade.O1.

Ausstellungseröffnung: 14. September 2011 um 19 Uhr

Rudi Molacek und Freunde   Rot Gelb Blau oder Grau


Rudi Molacek und Freunde
bedeutet nichts anderes als - eine Ausstellung unter Künstlerinnen und Künstlern - die eine langjährige Freundschaft verbindet.

Mit einem Augenzwinkern wird auf Barnett Newmans 'Who's Afraid of Red, Yellow and Blue' Bezug genommen, Grau hinzugefügt und in einer losen Struktur ohne kunsthistorisches Korsett wird den Kunstwerken die Möglichkeit gegeben ihre Einzigartigkeit zu zeigen.


www.herbertbrandl.at
www.chuckconnelly.com
www.gunter-damisch.at
www.ingo-nussbaumer.com
www.mehdi-chouakri.com/kuenstler/grockenschaub/grockenschaub.php
www.reginagallery.com/artists/serebryakova

 

Monika Migl-Frühling
Reinhard Adlmannseder
Elke Punkt Fleisch
Franz A. Obojes
Linde Klement
Daniela Pesendorfer

Eröffnung der Schaufenstergalerie: 6. Juli 2011 um 19 Uhr

up in the air

Reihenfolge der befüllten Schaufenster:


Monika Migl-Frühling

ohne netz hängen, Tonplasitik, h 15 cm, 12 Stück
aus: „nachdenken über die Statik unserer fragilen Existenz“ (...) der Mut, mit dem sie ihrer ungewissen Situation, dem scheinbaren ‚sein im Nichts’  begegnen (...)


Reinhard Adlmannseder

... abheben!, 2011, Acryl / Leinwand, 200 x 100 cm
‚... a b h e b e n und sich in die Lüfte erheben können als Freispielen verborgener Vitalität & Emotionen, als ein Weckruf zur Befreiung und Überwindung von Konventionen als eine Metapher für ein Experiment mit vagem Ausgang,
als ein Symbol futuristischer Hingabe an zeitrelevante Beschleunigung und rasante Auffahrt ins    W O H I N ...?


Elke Punkt Fleisch

Gurkerl Flieger

Das Eferdinger Becken ist ein sehr günstiger Boden für den Gurkenanbau und wird aufgrund der großen Ernte auch Gurkerlland genannt. In der Hauptsaison werden viele polnische GastarbeiterInnen auf den Feldern beschäftigt, die für das Klauben der Gurken bäuchlings auf einer Maschine liegen, welche durch ihr Aussehen einem Flieger gleicht und deshalb auch Gurkenflieger genannt wird. Beim Beobachten dieser anstrengenden und monotonen Tätigkeit stellte ich mir oft das Heimweh der ErntehelferInnen vor und wie schön es wäre wenn der Gurkenflieger einfach abheben und davon fliegen könnte.

In dieser Installation wird versucht die Erwartungen, die Illusionen, die Bewegung und das Sammeln auf einer Reise in einem Objekt zu vereinen. Gezeigt wird ein motorbetriebenes Karussell, auf dem sich drei Keramikobjekte befinden.  So wie der Gurkenflieger, bietet auch ein Karussell nur eine Illusion. Beides wird nicht in den Himmel aufsteigen und uns an einen anderen Ort bringen.


Franz A. Obojes

O.T., 2011, Acryl / Leinwand, 50 x 50 cm 

Im Anschluss an die letzten  Arbeiten  mit unheimlichen Begebenheiten und Erscheinungen wird dieses Thema am Strand wieder aufgegriffen und  der Ort der Handlung wird  in ‚the Air’, in den Himmel, in die Luft gelegt. Dort erscheinen wieder unheimliche rätselhafte und vielleicht auch banale Dinge des alltäglichen Lebens ...


Linde Klement

Frischluft, 2011, Difo-Ausbelichtung / Aludibon, 100 x 100 cm
Über Grenzen hinweg, immer wieder neue Wege  – unendliches Blau – Freiheit, Freiluft, Frischluft, Lebendigkeit.


Daniela Pesendorfer

Himmelblau, Fotografie, 2011, 80 x 160 cm, 3 Auflagen
Im 10 min Abstand wird 64 Mal derselbe Ausschnitt des Himmels fotografiert und somit die Bewegung festgehalten. In den dazwischen gesetzten Wasserfotos spiegelt sich das Blau des Himmels.

Was nehme ich als BetrachterIn stärker wahr, den Himmel oder das Wasser? Weiters wird der Wellengang des Wassers über einen bestimmten Zeitraum (10 min) sichtbar. Das rote Etwas, das teilweise verschwindet und dann wieder im Mittelpunkt der einzelnen Fotografie steht, ist eine sich spiegelnde Österreichfahne, die den Begriff  „Heimat“ aufgreift. Welchen Stellenwert hat Heimat, und wie verschiebt sich dieser Begriff für mich in der Fremde?


Idee / Konzept: Ingrid Hahn

Inga Hehn
Franz Anton Obojes
Laura Gebetsroither

Ausstellungseröffnung im Kubinhaus / Zwickledt: 8. Juli 2011 um 19 Uhr

du nennst es Geheimnis
Bilder aus Dunst, Lust und Gespenstern

Dem Triebhaften, Verborgenen, Lustvollen, undefinierbar Anwesenden, dem Unheimlichen ausgiebig frönen! Eine Parallelwelt des reizvoll Morbiden, des gefährlich Verworrenen eröffnet sich und überdauert dunstschwebend halbe Jahrhunderte, um neu geatmet zu werden.
Eigenbrötlerischer Aberglaube, Halbwahrheiten, Witzgeschichten und in jedem Sinne Gespenster im Kopf. Eine gezeichnete Wundergruselkammer.

Im Kubins Schaffen und in seiner Gestalt lässt sich viel Geheimnis spüren - dem können wir immer neue Winkel, Blicke und Hallen schenken, aber wohl nirgends benetzter als in diesen Gemäuern.

Drei sehr unterschiedliche künstlerische Positionen treffen in Form graphischer Arbeiten im Kubinhaus aufeinander und erzeugen einen Raum, der kühl roh und zart das Geheimnis abzutasten versucht. Nebulose Mehrdeutigkeiten und feinmaschiger Humor in abstrakten Leibeslandschaften bei Inga Hehn (geb. 1984 in Linz) - düstere und bizarre Erzählfragmente traumähnlicher und alltäglicher Welten in den Zeichnungen von Franz Anton Obojes (geb. 1961 in Linz) - und komprimierte Leichtigkeit, die oftmals die Form verweigert und sich mit scheinbarer Einfachheit tarnt: die Graphiken von Laura Gebetsroither (geb. 1980 in Linz).

Idee / Konzept: Mag. Birgit Petri

Lena Göbel
Margit Nobis
Conny Habbel
Sarah Decristoforo

 

Ausstellungseröffnung: 11. Mai 2011 um 19 Uhr 
Finissage: 29. Juni 2011 um 19 Uhr

hintergründig
Initiator Herbert Christian Stöger

Eine Künstlerin und ein Autor erarbeiten jeweils zum Thema 'hintergründig' einen Text bzw. eine künstlerische Arbeit. Vier solcher Paarungen werden bei diesem Ausstellungsprojekt in der Galerie des OÖ Kunstvereins präsentiert. Bei der Eröffnung am 11. Mai 2011 werden die beiden Autoren Bodo Hell und Martin Amanshauser aus den Texten lesen. Sowie bei der Finissage am 29. Juni 2011 Erwin Einzinger und Michael Stavaric.

Dieses Projekt wurde ermöglicht durch die Kooperation mit der GAV Oberösterreich (Grazer AutorInnen Versammlung).

Der Titel des schriftlichen Beitrags von Erwin Einzinger lautet: 'Die Grenze zwischen Vordergrund und Hintergrund', in denen er 'sprachliche Spontanreaktionen unter dem Aspekt Vordergrund / Hintergrund verfasst', (Einzinger). Er hat damit auf die Foto-Serie 'Evolution' der bildenden Künstlerin Margit Nobis reagiert, die zu einer ihrer Arbeiten schreibt: 'Zeigt sie doch beispielsweise auf Bild 1 eine deutsche Handynummer, die auf einer Seite eines GEO-Heftes gekritzelt ist, welche sich dem Thema 'Evolution' widmet. Der HINTERGRUND, der dabei die Oberfläche für die Notiz einer (hochtechnologisch entwickelte) Handy-Kommunikationstechnologie bietet, ist eine visualisierte, vorzeitliche Landschaft. Am 3D-dargestellten Himmel einer Welt vor Millionen Jahren, wie wir sie uns vorstellen, steht vor einem Vulkan in einem Bogen eine Telefonnummer eingeschrieben: Je moderner die sogenannten 'Smart-Phones' werden, desto schwieriger ist es oft, am Touchscreen spontan eine erhaltene Telefonnummer aufzuschreiben; und desto öfter muss halt doch das gute, (jahrtausende) alte Papier wieder herhalten - 'Evolution hopping' quasi.'

Michael Stavaric antwortet unter anderem auf eine performative Photoarbeit von Sarah Decristoforo mit dem Satz: 'Retrospektive: Sie saß mir demnach in der Ausstellung gegenüber, rosarote Wängelchen, oh spicy chicken, dachte ich noch 'Landschneiderin', wusste sie, 'nicht Aufschneiderin', was war gegen Literaten noch zu sagen? Schluckte ihre Spitzen (ich!), nahm mir ernsthaft vor, alles andere der Landschaft zu überlassen, scheibchenweise. In ihrem Mund sah ich schönstes Rosarotobers'. Die Künstlerin Sarah Decristoforo entschied sich eine Installation mit dem Titel 'conflict simulation' ('Teppich' aus aufgestellten Spielzeug-Soldaten) zu zeigen.

'Aus Verzweiflung an der Hirschkultur'. sei hier Bodo Hell zitiert, der zwei Texte nämlich 'Jägerbrauch / Sprachgebrauch' sowie 'Ruminatio', in denen es unter anderem um die Eßgewohnheiten von Tier und Mensch im ländlichen Raum geht, die er zu Lena Göbels Holzschnitt: 'Hirsch mit Raubtiergebiss' schrieb. Eine typische Vorgehensweise von Bodo Hell, der einem dadurch das Jägerlatein auf eine andere und vor allem amüsante Weise näher bringt.

Conny Habbel antwortet auf den Text von Martin Amanshauser: 'Ich stell dich auf den Kopf', der den Rauriser Förderungspreis 2011 gewann, mit einzelnen Bildern aus der Serie ' Home ist the place you left'. ' In diesem Text geht es um eine Frau, die in der Wohnung ihres Geliebten nach Anzeichen / Spuren anderer Frauen sucht, bzw. die versucht, sich in den Raum einzuschreiben. Meine Fotoserie zeigt eine Frau (mich), die versucht, sich in Räume einzuschreiben, 'hinter die Wände zu kriechen.', so Habbel.

Martin Anibas, Trickfilmstill, Pique-Nique, 2000
Fridolin Welte, Haus

Ausstellungseröffnung: 30. März 2011 um 19 Uhr

Künstlerhaus Wien zu Gast im Oberösterreichischen Kunstverein

Otto Breicha
über Martin Anibas und sein Zeichnen

Zumeist ist Figürliches (oder sonstwie Gegenständliches) in die Zeichnungen von Martin Anibas  ‚mithineinverwoben’. Zumeist entsteht aber eine eigentümliche Dynamik aus dem Zeichnen heraus: merkwürdige Bildungen, auf die er es anlegt, neuerdings sogar ausgesprochener "Schwung". Vielleicht ist es etwas geradewegs Vegetatives: ein wie naturhaftes Wachsen: eins aus dem anderen und zu anderem dazu. Und nach Regeln, zu denen er sich nicht gern äußert.

Wenn auch ab und an Farbe dazugebröckelt wird, schätzt er das Tuschezeichnen als seine Domäne ein. Er sieht es, so wie er es auf- und anfaßt, als einen Grenzfall von Malerei. Er zeichnet, was ihm augenblicklich (und sozusagen unter der zeichnenden Hand) einfällt: animierte Strukturen und Strichknäuel, in denen man, wenn man so will, auch irgendwelche Köpfe, Büsten und Figuren erahnen kann, deren künstlerischer Inhalt es aber nicht ist, figürlich zu beeindrucken (oder überhaupt irgendetwas nachzuahmen). Naturgemäß gibt es Situationen, die immer wieder ergiebig sind oder die Möglichkeit (oder gar Notwendigkeit) nahelegen für ein Fortsetzen und Weiterentwickeln.
So ist es gewiss kein Zufall, wenn beim Arbeiten Zusammenhänge entstehen auch wenn Anibas sie eigentlich nicht beabsichtigt - das an und für sich Zusammenhangloses zusammenhängt. Zeichner sind eine Spezies für sich. Wenn sich Anibas schon von irgendwoher ‚bestätigen’ lässt, am ehesten von nur Zeichnern vom Schlage eines Kurt Moldovan, der sein Leben lang beim Zeichnen notorisch aus dem Gezeichneten Konsequenzen gezogen hat. Durchaus ähnlich handelt Martin Anibas auf seine Weise, nicht dekorativ, sondern auf sensible Spannungen bedacht. Überhaupt ist Sensibilität, kommt mir vor, seine unausgesprochene Stärke, auf der er nicht herumreitet wie andere es tun, sondern die aus seinem Wesen kommt und sich an Gleich gestimmte wendet.
 
Aus der Wiener Studienzeit kommt auch die Beschäftigung mit experimentellen Animationsfilmen. Die Animations­filme von Martin Anibas erzählen keine Geschichten, sondern kreisen um dynamische, rhythmische Metamorphosen oder beschäftigen sich mit gegenstands­losen Farbkompositionen.
Es folgten zahlreiche Ausstellungen im In- ­und Ausland als bildender Künstler, sowie internationale Festivalteilnahmen mit seinen insgesamt
24 Animationsfilm­arbeiten, darunter: „60 Seh-Kunden“ (1989), „Flucht­punkt“ (1990), „Am Land“ (1991), 
„Le trait rouge“ (1993), "Pique-Nique" (2000)


Fridolin Welte

HAUS
Ist die Grenze der Einflüsse von Innen und der Einflüsse von Außen, gedacht oder materialisiert. Das Bedürfnis des Menschen nach Erweiterung der eigenen Körperlichkeit und Geistigkeit im Sinne des Individuums und der persönlichen Freiheit steckt inert
dieser Begrenzung. Die Anforderungen der Welt an den Menschen gestalten sich bedrängend, berührend, verformend, eindringend und bilden die andere Seite dieser Formalhaut.

Das Haus in seiner Form, Fassade, Größe, Positionierung und Materialität ist die Grenze, die die Bewohner, die Erdenker und die Errichter von Häusern in ihrem Versuch, Welten zu gestalten, beschreibt. Gerade Haus als Einzelnes, aber auch in Verbänden, ist mit der Vorgabe des Innewohnens eine stark material- und formgebundene, an die menschliche Form gebundene Aufgabe. Die Freiheit, die ich mir herausnehme, Haus als plastische, skulpturale oder environmente Auseinandersetzung zu sehen, bringt mich in die Lage, bestehende Fragen zu Form und Raum, wie z.B. Öffnungen, Wege, Hermetik, Transparenz, Stabilität oder Bewegung, neu zu interpretieren und mit Inhalten zu füllen oder
zu überlagern. Mit Schrift durchbrochene Wände sind nicht gleich Werbebanner an Baugerüsten, nicht applizierte oder vorgehängte Zeichen, sondern essentiell dem Bauwerk zugehörig. Dorferweiterung ist nicht mehr eine Anhäufung vieler Einzelobjekte auf immer mehr schwindender unverbauter Fläche, sondern eine erst lineare, dann sich zum Netzwerk verdichtende raumgreifende Plastik. Sie ist eine in ihrer Gestalt an ein Satteldachhaus erinnernde Formenzusammenstellung und zeigt in ihrer Bauart des Formens und Geformtwerdens das Fließen und Erhärten von Grenzen sowie durch das Öffnen derselben Einblicke in höhlenartige Räume, welche in ganzkörperlichen Bewegungen erschlossen werden.
 

Hannelore Greinecker-Morocutti

Ausstellungseröffnung: 4. März 2011 um 16 Uhr

Eröffnung im Rahmen des NEXTCOMIC - Festivals 4.-11. März 2011

Der Himmel zwischen den Mauern

Erzählt die Geschichte des jüdischen Warschaus in den 30er Jahren, als die jüdische Kultur voll aufblühte. Als Führerin auf dieser Reise fungiert Lea Weizenbaum, eine fiktive Person, der wir im Ghetto wiederbegegnen.
Ein junges Mädchen, das den Mut und die Hoffnung repräsentiert mit der viele Bewohner des Warschauer Ghettos dem Schrecken des Alltags trotzten. Und wir erleben ihren Weg zum „Umschlagplatz“, der in den Gaskammern von Treblinka endet.

www.nextcomic.org
www.austrocomix.blogspot.com

Ulrike Johannsen, Stockholm Syndrom, 2009
Ausstellungsdetail, Ulrike Johannsen
Ausstellungsdetail, Martin Dickinger
Martin Dickinger, O.T., 2010

Ausstellungseröffnung: 19. Jänner 2011 um 19 Uhr

PRODUKTION

ein Ausstellungsprojekt mit Ulrike Johannsen & Martin Dickinger

Ulrike Johannsens Werkgruppe Stockholm Syndrome wurde nach dem psychologischen Phänomen benannt, das erstmals 1973 anlässlich einer Geiselnahme bei einem Banküberfall in Stockholm beschrieben wurde. Demnach entwickeln Opfer unter bestimmten Umständen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Entführern, sympathisieren oder kooperieren sogar mit ihnen.

Johannsen produziert eine Serie von Anzügen, in die die Aufforderungen control me / obey me (kontrolliere mich / gehorche mir) als dezente, kleinteilige Muster eingeschrieben wurden. Verarbeitet im Stil der internationalisierten formellen Geschäftskleidung werden die Sätze zur grundlegenden Struktur privater wie gesellschaftlicher Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse.

www.stockholmsyndrome.at

Martin Dickinger überzieht die Dinge unserer Alltagswelt mit einer Haut aus grauem Papiermaschee, das er aus Nachrichten, Informationen und Werbungen der uns überflutenden Medienwelt produziert. Die so ihrer Oberfläche und Funktion beraubten Dinge- nun Marken-, Aufschrifts- und Inhaltslos - verwandeln sich in diesem Prozess in Zeichen der ursprünglichen Gegenstände. Dickinger häuft diese Hüllen zu gigantischen 'Halden', die sich einerseits als Müllhalden unserer Konsumgesellschaft lesen lassen, uns gleichzeitig als Waren-Tsunamis direkt aus asiatischer Massenproduktion entgegenzukommen scheinen.

Dem widerspricht die liebevolle Herstellung jedes einzelnen Objektes, die Dickinger seit Jahren in täglicher, stundenlanger Kleinarbeit von Hand fertigt. Die Aura der
sorgfältigen Handarbeit als Produktionsprozess konterkariert diejenige der 'Prototypen'- ihrer Zwillinge in der realen Welt - denn diese haben keine 'wirkliche' Produktionsgeschichte mehr vorzuweisen.

www.johannsen.net/ulrike
www.hotelpupik.org/dickinger/hosts.htm

 


Ralf Hoedt, kleines beton, 2009
Robert Gschwantner, TRH-01, 2010, PVC-Schläuche, Wasser aus dem Lago di Traiano, Glyzerin, 150 x 100 cm

Ausstellungseröffnung: 20. Oktober 2010 um 19 Uhr

MEZ + 6 h
Ralf Hoedt

Für die Arbeiten Ralf Hoedts erscheint es angemessen, nicht von dokumentarischen Projekten zu sprechen, sondern von einem System der Dokumentation, das er unter Verwendung von Fotografie (und zumeist über einen Zeitraum von mehreren Jahren) realisiert. Dabei kommen verschiedenste Formen des fotografischen Mediums zum Einsatz:  eigene Aufnahmen, Zeitschriftenmaterial, bildliches Referenzmaterial aus verschiedenen Publikationen. Die dabei
entstehenden Serien haben den Charakter eines Archivs, das aus einer langfristigen Recherche entsteht, ohne dabei jedoch eine Idee der Vollständigkeit zu verfolgen. Die Archive Ralf Hoedts schulden sich vielmehr einem spezifischen Interesse nach Bildern, in denen sich  Koordinatenpunkte des Untersuchungsgegenstandes verdichten, die als Schaltmomente einer nach vielen Seiten hin offenen Narration fungieren und die Serien als visuelle Untersuchungsfelder erscheinen lassen, in dem sich Repräsentation, Politik, Ökonomie, Geschichte und Ästhetik verschränken. Die Untersuchungen Ralf Hoedts beziehen sich somit immer schon auf eine Politik der Bilder und Blicke, die aufgegriffen, der eigenen Arbeit eingeschrieben und zugleich analytisch und kritisch kommentiert werden. Ralf Hoedt inszeniert gewissermaßen einen Diskurs der Bilder über Bilder, in dem deren verschiedenste Verwendungszusammenhänge aufeinander bezogen werden.

Maren Lübke-Tidow, Rainhard Braun (Camera Austria / Graz)


de nive sexangula

Robert Gschwantner

Für diese Ausstellung zeigt Robert Gschwantner zwei Projekte mit Video und den dazugehörenden Wandarbeiten. Die mit dem italienischen Filmemacher Giorgio Cappozzo entstandenen Videos zeigen Parallelen und Gemeinsamkeiten antiker bzw. moderner Architekturen und Topografien.

Das 2008 entstandene Video The Perfect Circle handelt von den konzeptionell zusammenhängenden Raumgestaltungen des Parks von Versailles (17. Jhdt) und der von Lingang New City in China (geplante Fertigstellung 2020). Das Video zeigt eine künstliche Landschaft, die in ihren Perspektiven und in ihrer Geometrie urban wirkt. Tatsächlich gilt der Park als Beginn der modernen urbanen Raumgestaltung, die bis heute angewandt wird. Lingang New City (eine am Reissbrett entworfene Hafenstadt für 800.000 Einwohner) ist das letzte Beispiel dafür.

Die zu diesen Video dazugehörigen Bilder lagern diese beiden historisch und räumlich voneinander entfernten Orte übereinander an. Ihre aus der Vogelperspektive der Planer abstrahierten Arrangements vereinigt Gschwantner mit Hilfe von Architekturmodellen Lingang New City‘s und malt darauf Veduten des Parks von Versailles. Über diese Bildträger ist eine Textur aus Plastikröhrchen gespannt die mit Glyzerin und Wasser aus dem Grand Canal von Versailles gefüllt sind.

Das aktuelle Video The Reflected Hexagon (2010) vergleicht den antiken Hafen Portus / Rom (112 n. Chr. - heute Lago di Traiano) mit den Flughafen Tegel / Berlin (1974). Beide verbindet nicht nur ihre Funktion als internationales Tor zweier Metropolen in unterschiedlichen Epochen, sondern auch ihre Form - ein Sechseck, das in diesen beiden Fällen als logistisch ideal gilt.  Zentrales Thema des Videos sind auch Schneekristalle die aus Wasser (Symbol für Hafen) und Luft (Symbol für Flughafen) entstehen. Schneekristalle sind immer sechseckig. Bei gewissen Temperaturen enstehen Prismen deren Geometrie erstaunliche Ähnlichkeit mit den Grundrissen Tegels bzw. Portus haben.

Die zu dem Video entstandenen Wandarbeiten sind aus PVC-Schläuchen geknüpfte Teppiche. Sie zeigen Motive der Ruinenfelder rund um den antiken Hafen und beinhalten Glyzerin und Wasser aus dem Lago di Traiano. 

 

Marion Kilianowitsch, Spiegelung, 2010, Alu/Acryl
Heidi Zenz, Algen/Torf, 2010, Collage

Ausstellungseröffnung: 15. September 2010 um 19 Uhr

vom wasser erzählen

Marion Kilianowitsch

zeigt in ihrer graphischen und malerischen Bearbeitung von Metall, die Veränderung der Farbe durch ihre Trocknung und Eigenschaft auf den metallenen Bildgrund. So wie das Wasser von Ruhe und Fluss, Stille und Bewegung begründet ist  (Maria C. Holter), so erzählen auch ihre Bilder von der- im Wellengang- entstehenden Bewegung, von der- Küstennähe- und dadurch veränderten Position, anderen Sichtweisen und vom  fließen der Gedanken, wie sie ihre Bildtitel und Werkserien nennt.

Die grafischen Elemente, zeichnet sie mit dem Schweißkolben auf das Metall. Durch die geschweißten Linien entstehen Narben, Löcher, Verbrennungslienen und Schmauchspuren. Die geballte Energie die durch den Schweißkolben fließt und auf das Bild übertragen wird reflektiert die Energie des Wassers wider und lässt so ihre Kraft erahnen. 

Heidi Zenz

Ihre Arbeiten erzählen vom Leben und von den Prozessen im Wasser. Sie zeigt die Veränderungen in die sich im Laufe der Zeit in den Gewässern im Ibmer Moor ergeben.

Von grellgrün bis braun changieren die Farben der Algen auf den Bildern. Alles fließt, alles ist in Bewegung,  der Blick taucht ein und verliert sich im feinen Geflecht der Wasserpflanzen, die wie ausgebreitet, ja fast erschöpft und  sich wie an Land gespült dem Betrachter zeigen.

Von der Wasserfläche arbeitet Heidi Zenz sich bis zum Grund. Dort findet sie den Schlamm, der wie ein Gespinst in das Papier gearbeitet wird, an die Algen und das Gehölz erinnert, das einst zu Boden gesunken ist und sich im Laufe der Zeit in Schlamm verwandelt hat.

Zeit – Wasser – Pflanzen sind die Voraussetzungen, die das Moor entstehen lassen. Tausend Jahre braucht es, bis aus abgestorbenen, abgesunkenen, organischen Materialien der Torf entsteht. Dieser wird nach altem Handwerk gestochen und in einer Installation präsentiert.

www.kilianowitsch-art-kainz.com 

Herzstriche, 2010, Waldviertler handgeschöpftes Hadernbüttenpapier, 120 x 95 cm

Ausstellungseröffnung: 13. August 2010 um 19 Uhr

Oberösterreichischer Kunstverein Gast im Kubinhaus - Wernstein

Kubin - Portrait im Spiegelbild

Alfred Kubin zählt nicht nur in der generellen Entwicklungsperspektive der bildenden Kunst mit Oberösterreichbezug zu den bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten des Landes, sondern ist auch bis in das gegenwärtige Kunstgeschehen hinein eine Persönlichkeit von großer Stahlkraft geblieben. Die Auseinandersetzung mit seiner Künstlerpersönlichkeit bzw. seinem Werk ist für viele zeitgenössische Kunst­schaffende eine große Anregung und in vielen Fällen Impulsgeber für eine intensive Vertiefung in diese künstlerische Weltsicht. Dies ist auch in besonderer Weise der Fall bei den beiden Künstlerpersönlichkeiten des Oberösterreichischen Kunstvereins, die ab Samstag, 14. August 2010 im Kubin-Haus eine gemeinsame Ausstellung gestalten.

 

Kurt Steinberg hat sich dem komplexen Künstlerphänomen Kubin zunächst durch die Gestaltung mehrerer gemalter Kubinportraits genähert, um sich in weiterer Folge immer näher an die faszinierenden Perspektiven Kubins heranzuschreiben. Es entstanden skripturale Arbeiten, die in minutiöser Kleinarbeit vielfältigste Sprachzeichen zur Faszination eines handschriftlichen Eindrucks zusammenfassen. Das Schriftgebilde wird zum Bildgebilde, ergänzt und substanziell erweitert durch die Bearbeitung des Bildträgers selbst: also das Papier. Ganz im Sinne mittelalterlicher Palimpseste, bei denen vorhandenes Textmaterial immer wieder ausgelöscht und überschrieben wurde, bearbeitet Kurt Steinberg mit unterschiedlichen Formakzenten das Papier, das sich wie eine sensible Künstlermembran dem Betrachter mit all seinen Einkerbungen, Verletzungen, Tätowierungen und im weitesten Sinne Lebensspuren präsentiert: Das bildhafte Schreiben hat seine Fortsetzung gefunden. Alfred Kubin als Meister der „anderen Seite“ ist Impulsgeber für eine weit ausholende Auseinandersetzung mit immer wieder von neuem überlagerten Beschriftungen, immer wieder von neuem überlagerten Phasen des Beschreibens von sensiblen Wahrnehmungen und phantastischen Ausgreifungen des menschlichen Geistes.

Die Faszination der konsequenten Linie des Zeichners Alfred Kubin greift Maria Treml in ihrer Rauminstallation auf und konzipiert im Deckenbereich des Ausstellungsraumes im Kubin-Haus eine „Himmeltextlinie“, die den skripturalen Impuls von Kurt Steinberg auf prägnante Weise in den Raum hinein fortsetzt, um damit einmal mehr ein Gesamtkunsterlebnis in einem der wohl prägnantesten Räume der Kunst in Oberösterreich, im Kubin-Haus, zu gestalten.

Peter Assmann

Daniela Pesendorfer, Das Gegenüber im Atelier

Ausstellungseröffnung: 9. Juni 2010 um 19 Uhr

(dis)play

Kunstwerk - Raum - BetrachterIn

Raum ist nun nicht mehr die Dimension, in der etwas geschieht, sondern das was geschieht macht den Raum aus.[1]

Brian O´Doherty, Inside the White Cube, 1976

Kunstwerk, BetrachterIn, Architektur und Raum wirken in einer Ausstellung gegenseitig aufeinander, sie stehen in einem Dialog, sie wechseln Blicke, sie interagieren. Erst in diesem Austausch ergeben sie das Medium „Ausstellung“, erst durch ihren gemeinsamen Auftritt fügen sie sich zu einem gemeinsamen Ganzen. Friedrich Kiesler – Visionär, Künstler, Architekt, Kurator – definierte jenes Moment als räumliches Kontinuum: „It has become increasingly clear to me that the new content in the arts is the desire to correlate, to link, that is, to integrate any part of our created environment into a new unity, a unity not rigid and seperatist, but part of the continuum of our life.“[2] Jeder Mensch, jedes Kunstwerk, jede Architektur befindet sich in einem, sich reziprok wiederholenden, aufeinander bezogenen System von Spannungen. Was macht eine Ausstellung aus? Welche Kräfte werden freigelegt, welche einmaligen Konstellationen ergeben sich? Welche Geschichte wird erzählt? Gleicht das display nicht einem play?

Das Umfeld wird genauso wichtig wie das Objekt, vielleicht sogar wichtiger. Denn das Objekt atmet in seine Umgebung hinaus und atmet auch die Wirklichkeit der Umgebung ein – gleichgültig in welchem Raum, ob eng beisammen oder weit auseinander, ob im Freien oder im Innenraum.[3]

Friedrich Kiesler, Second Manifesto on Correalism, 1965

In dieser Ausstellung findet eine Fortführung statt: KünstlerInnen, die bereits gemeinsam ausgestellt haben, greifen die Interaktion zwischen Objekt, Raum, Architektur und BetrachterIn auf. Sie reagieren mit ihren Arbeiten aufeinander, sie führen einen Dialog, sie reflektieren und rezepieren: Welche Synergien und Verschränkungen ergeben sich? Nicht nur Raum und Publikum wirken auf ein Kunstwerk, sondern ebenso Objekt auf Objekt, KünstlerIn auf KünstlerIn.

Agnes Hannes

[1] Brian O ´Doherty, Inside the White Cube, Berlin 1996, S.39.

[2] Friedrich Kiesler, in: Selected Writings, Ostfildern-Ruit, S. 108.

[3] Friedrich Kiesler, Second Manifesto on Correalism, in: Art International, März 1965, S. 16.

Elisabeth Czihak, Ohne Titel (Landhausturm 1), 2010, C-Print

Ausstellungseröffnung: 12. Mai 2010 um 19.30 Uhr

Das Fröhlich- Jahr 2010 

Im Landeskulturzentrum Ursulinenhof widmen sich zwei Ausstellungen mit speziellen Beobachtungsansätzen Fröhlichs Œuvre. Der Oberösterreichische Kunstverein, dem der Künstler Fröhlich in den 1960er Jahren als Präsident vorstand, zeigt ein fotografisches Projekt von Elisabeth Czihak über dessen öffentliches Werk. In Zusammenarbeit mit der Kunsthistorikerin Christina Bayer entstand eine subtile Spurensuche zu den Fresken und archtiekturbezogenen Malereien, die Fröhlich u.a. in Engelszell, Linz und Wilhering ausführte. Kunsthistorisch erweisen sich die Aufträge von spezieller Bedeutung: Sie bieten die Möglichkeit, einen bestimmten Werkabschnitt in einem speziellen Kontext nachzuvollziehen. Standen das Engelszeller Langhausfresko in den 1950er Jahren für die persönliche Entdeckungs- und Aneignungsphase des Kubismus und die Bemalung der Linzer Synagoge von 1965 für den weitgehend ausdifferenzierten Umgang mit einem erprobten Formenvokabular und die Aufnahme plastischer Details, so repräsentierte der Wilheringer Festsaal Fröhlichs spätes Denken über den Stil und Inhalt seiner Bilder in den 1990er Jahren.

www.diekunstsammlung.at
www.fritz-froehlich-sammlung.at