Oberösterreichsischer Kunstverein

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Arbeiten

WRYNECK Mielke (Wendehals Mielke), DVD, 3 min. 2007
WRYNECK Mielke (Wendehals Mielke), DVD, 3 min. 2007
WRYNECK Mielke (Wendehals Mielke), DVD, 3 min. 2007
Die Bilder dieses Videos zeigen das Stasihauptquartier in Berlin Lichtenberg, sowie das Büro von Erich Mielke in unverändertem Zustand. Dieses Gebäude ist heute ein Museum.
Im Video wird der Außen- wie Innenraum rotationsartig abgelichtet. Diese Drehung erhöht sich fort und fort, bis sich am – vielleicht nahe des Schwindelgefühls – die Richtung wieder umkehrt.
Erich Mielke war ab 1957 Minister für die Staatssicherheit (Stasi) der DDR. Unter seiner Führung und im vollen Bewußtsein wurde unter dem Deckmantel der Stasi Menschen gekidnapped, gefoltert und eingesperrt.
In seiner handgeschriebenen Biographie schreibt er unter anderem über seine Eltern: “Mein Vater war ein einfacher, unausgebildeter Waldarbeiter und meine Mutter starb 1911”. Beide waren Mitglieder und Mitbegründer der KPD in Deutschland.
Am 9. August 1931 ermordeten Erich Ziemer und Mielke zwei Polizisten in Berlin. 62 Jahre später wurde er dafür zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt.
Am 13. November 1989 hielt Mielke seine erste und letzte Rede in der DDR-Volkskammer. Dabei versuchte er sich schließlich mit den Worten„Ich liebe – Ich liebe doch alle – alle Menschen – Na ich liebe doch – Ich setze mich doch dafür ein!” zu entschuldigen.
Der Titel “Wendehals” ist einerseits ein Vogel, der seinen Namen von Fähigkeit seinen Hals nahezu 180 Grad zu drehen erhielt. Andererseits hat sich Mielke in seiner Kariere mehrmals auf andere Seiten begeben, ist während des zweiten Weltkrieges unter verschiedenen Namen unter und wieder aufgetaucht, und wurde schließlich verhaftet und landete schließlich in einem KZ. Wurde aber nie unter seinem richtigen Namen enttarnt.
Die Bezeichnung “Wendehals” wurde ebenfalls für DDR-Bürger verwendet, die ihre politische Überzeugung wechselten je nach dem wer an die Macht kam. Nun steht dieser Begriff auch für Opportunismus.

Kurztext

Herbert Christian Stöger ist Künstler und Autor und lebt in Linz. Ein Schwerpunkt der derzeitigen künstlerischen Praxis liegt in der Animation von alten Photographien bzw. Comic-Zeichnungen. Hierbei verwendet der Künstler altes Archivmaterial zu verschiedenen Themengebieten seiner Ausstellungstätigkeit.
Außerdem operiert er in unterschiedlichen Medien wie Video, Photographie und Textinstallationen.

Kurzbiografie

1968 geboren, in Linz und Berlin Kunst studiert, Ausstellung und literarische Veröffentlichungen seit 1996, zwischen Schweden und Albanien. Nachzulesen in Facetten, Rampe und Schreibkraft bzw. diversen Katalogen und ganz genau: \"Inzwischen, Ein Lesebuch der Strategien zwischen Kunst und Literatur\", Triton Verlag Wien, 2002 und \"Im Schatten der Heringe\", Lainer/Stöger, Resistenz Verlag, 2007, “CURT KUBIN”, Raffetseder/Stöger, Bibliothek der Provinz, 2009

Kontakt

Herbert Christian Stoeger
herbstlich(at)gmx.net
http://www.herbstlich.mur.at